Sport : Eishockey: Als Nationalspieler nach Berlin zurück

Claus Vetter

Wenn ein Eishockeyspieler im Jahre 2000 nach zweijähriger Abstinenz in die Eissporthalle Jafféstraße zurückkehrt, dann erinnern ihn nur noch "die Kabinengänge und die Fans" an früher. Zwei Spielzeiten war Fabian Brännström bei der Düsseldorfer EG. Im Frühjahr ist er wieder zu seinem alten Klub, den Capitals, gewechselt. Heute gibt es für den 26-Jährigen ein erstes Wiedersehen mit der DEG (Beginn 19.30 Uhr, Eissporthalle). "Ich wäre schon gerne an der Brehmstraße geblieben", erzählt der Stürmer. Aber bei den Vertragsverhandlungen habe man ihn hingehalten. Da kam die Offerte aus der Heimatstadt gerade recht. Auch wenn der Abschied aus Berlin für ihn seinerzeit nicht harmonisch verlief: "Damals hatte mir Manager Peter Ustorf gesagt, dass der neue Trainer nicht mit mir plane. Dabei hatte Dale McCourt mich nicht mal gesehen." Schnee von gestern. Umfeld und Mannschaft haben wenig mit dem zu tun, was Brännström einst bei den Capitals kannte. Hochgekämpft hatte er sich zu Zeiten, als da noch Spieler wie Chabot oder Holzmann wirbelten. Verlassen hatte er den Klub, als der im Begriff war, eine rasante Talfahrt anzutreten.

Seit seiner Vertragsunterzeichnung in Berlin war er allerdings nicht vom Glück verfolgt. "Das fing im Juni an, als mir die Mandeln rausgenommen wurden. Seitdem bin ich nie richtig fit geworden." Drei Spiele hat Brännström in dieser Saison schon passen müssen, zuletzt kam der Trainingsrückstand dazu. "Bisher konnte ich noch nicht die Leistung bringen, die ich von mir erwarte." Understatement eines Spielers, der in seiner Düsseldorfer Zeit einen Sprung nach vorn gemacht hat und sich längst auch in der Nationalmannschaft etabliert hat. Sein neuer Trainer ist jedenfalls von ihm überzeugt. "Fabian ist ein mannschaftsdienlicher Spieler, dessen Spielweise ganz meinen Vorstellungen entspricht", sagt Michael Komma, "den kann ich mir nicht nur in der vierten Reihe vorstellen." Gute Aussichten für den gebürtigen Berliner also, der kurzfristig viel vorhat, ob mit der Auswahl oder dem Klub. "Weltmeister oder Deutscher Meister", eines der beiden Ziele wolle er diese Saison erreichen, sagt Brännström - nicht ohne ein Augenzwinkern.

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