Eishockey-Champions-League : Ein schickes Versprechen

Claus Vetter über die Neuauflage der Champions League im Eishockey

Claus Vetter

Schickes Logo, schicker Pokal, schick viel Preisgeld und am Ende schick viel heiße Luft. Die Champions League im Eishockey startete in ihre erste Saison mit viel Brimborium, ein Urknall im europäischen Eishockey sollte das sein, nach nur einem Jahr war es ein Knallbonbon: Die Investorengruppe um einen russischen Energiekonzern stieg aus. Die Klubs waren sauer, der Weltverband versprach eine Neuauflage. Nun kommt die frohe Kunde, dass es nächste Saison weitergehen soll. Mit weniger Geld zwar, aber es geht weiter.

Ist das wirklich eine frohe Kunde für die europäischen Spitzenklubs? Nur dann, wenn die neue Champions League ein Wettbewerb ohne schnelles Verfallsdatum wird. Unter einem Mangel an Kontinuität litten sämtliche Europaligen im Eishockey. Keine von ihnen konnte sich etablieren. So durften die Berliner Eisbären in ihrer einzigen Champions-League-Saison im Heimspiel gegen den finnischen Meister Oulu weniger Zuschauer begrüßen als im Ligaspiel gegen den Tabellenletzten Duisburg. Das Beispiel zeigt: Es wird schwer werden, die Eishockey-Anhänger von der Seriosität des neuen Produktes zu überzeugen. Um Vertrauen beim Publikum zu gewinnen, braucht es mehr als schicke Versprechen und schicke Pokale.

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