Eishockey: Champions League : Eisbären: Nach Straubing nun Stavanger

Die Champions League im Eishockey erkämpft sich immer mehr Vertrauen bei den Klubs und ihren Fans - die Eisbären empfangen am Dienstag zum Auftakt der K.o.Runde die Stavanger Oilers

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Die nächste Runde im Blick. Barry Tallackson beim CHL-Vorrundenheimspiel gegen Gap.
Die nächste Runde im Blick. Barry Tallackson beim CHL-Vorrundenheimspiel gegen Gap.Foto: Imago/nph

Der Pokal sieht so aus, als hätten ihn Schuljungen aus silbernen Legosteinen zusammengefrickelt. Nach Anleitung eines der vielen Fantasy-Formate, die der dänische Spielzeughersteller der Jugend anbietet. Zu Hause auf der Fensterbank möchte man das kantige Teil nicht stehen haben, für die Klubs im europäischen Eishockey aber steigt die Trophäe in ihrem Wert. Heute beginnt die K.o.-Runde in der Champions Hockey League (CHL), und in seiner zweiten Saison scheint sich der Wettbewerb zu etablieren – nach vielen gescheiterten Europapokal-Formaten.

Während die im August ausgetragene Vorrunde vergangenes Jahr von den teilnehmenden deutschen Klubs im Wesentlichen als Vorbereitung auf die erst im September beginnende Deutsche Eishockey-Liga (DEL) gesehen wurde, ist diesmal bei ihren Vertretern Ernsthaftigkeit eingezogen: Fünf von sechs DEL-Klubs haben die – diesmal sportlich etwas einfachere – Vorrunde überstanden. 32 Teams spielen nun in Hin- und Rückspiel um den Einzug ins Achtelfinale. Darunter sind auch die Eisbären Berlin, zuletzt in der Liga dreimal in Serie siegreich. Sie empfangen am Dienstag den Norwegischen Meister Stavanger Oilers (19.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof). „Viel wissen wir nicht über Stavanger, aber wir erwarten einen richtig starken Gegner“, sagte Eisbären-Kapitän André Rankel.

In Finnland und Schweden haben sie den Wettbewerb schon in der ersten Saison ernstgenommen

Mit der Akzeptanz beim Publikum ist das bei den Eisbären weniger gut, da rangierten sie in der CHL-Vorrunde nicht mal bei der Hälfte ihres Ligaschnitts. Aber das ist nicht der Trend: In Mannheim und Düsseldorf kam mehr Publikum, bei den kleinen Eishockeynationen wie in Frankreich oder Großbritannien ist die CHL ein Renner. In Glasgow etwa brachte der – sportlich nutzlose – Überraschungserfolg von Braehead Clan gegen den ERC Ingolstadt dem Team eine riesige Sympathiewelle. In den in dieser Sportart besseren Nationen aus Schweden (Lulea gewann vergangene Saison) und Finnland stand der sportliche Wert des Wettbewerbes auch in Saison eins außer Frage.

Teams aus elf Ligen nehmen diesmal teil, 15 Länder sind der CHL angeschlossen. Ein Manko ist immer noch, dass mit den Russen eine starke europäische Eishockeynation fehlt. Aber die russischen Investoren haben mit dem Zusammenbruch des Vorgängers der CHL zu viel Vertrauen zerstört, sodass der Wettbewerb nun unter der Regie von Eishockeyresteuropa läuft – die größten sechs Ligen halten die Mehrheit an der GmbH. „Daher ist es in unserm Interesse, dass der Wettbewerb angenommen wird“, sagt Eisbären-Geschäftsführer Lee. „Unsere Mannschaft muss unbedingt die nächste Runde erreichen. Wir müssen die CHL anschieben.“

Hinzu kommt, dass eine große Sportrechteagentur die Spiele vermarktet, es schicke Trikots gibt und die Umgestaltung der Stadien angesichts der CHL-Werbepartner die Klubs nichts kostet. Im Gegenteil: Wer weiter kommt, erhält sogar Geld. Der CHL-Sieger wird rund 150 000 Euro an Prämien kassiert haben – und den kantigen Silberpokal gibt es noch dazu.

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