Eishockey : DEL-Allstar-Game: Schnickschnack on Ice

Am Sonnabend findet in Berlin das Allstar-Game der Deutschen Eishockey-Liga statt.

Claus Vetter

Es ist ein Werbespot, der Übles befürchten lässt: Oliver Pocher turnt über das Eis der Berliner Großarena, entledigt sich seiner Eishockey-Handschuhe und dann macht der Berufsclown eine Drohgebärde: „Was ist denn, Nordamerika? Kommt, kommt!“ Witz komm raus!

Sollten sich die Pocherschen Peinlichleiten als programmatisch erweisen, dann weiß der Fan, was ihm Sonnabend in Berlin blüht: das Showspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Ab 17.30 Uhr kann man sich beim Allstar-Game unterhalten lassen. Pocher ist Kotrainer bei der Auswahl europäischer DEL-Profis, Gegner eines Teams bestehend aus nordamerikanischen DEL-Profis. Auf die Ohren gibt es auch was, von Rapper Sammy Deluxe. Er stellt den neuen DEL-Song vor.

Was aus dem nordamerikanischen Sport kommt, muss nicht immer gut sein für Deutschland und umgekehrt. Während die Allstar-Games in der National Hockey-League Feste für die Fans sind, verhält es sich in der DEL andersrum. Tickets für Eisbären-Spiele verkaufen sich leichter als Karten für ein Allstar-Game – ausverkauft wird es nicht sein. Schon 1999 gab es in Berlin ein Allstar-Game, noch in der Halle an der Jafféstraße. Es war ein trostloser Schnickschnack.

Das Produkt DEL läuft gut, das Allstar-Game weniger

Nun hat sich die Liga seitdem weiterentwickelt. Das Produkt DEL läuft gut, hat mehr Zuschauer als die Handball-Bundesliga. Eishockey ist in Deutschland zwar lokales Phänomen, aber eben Großstadtphänomen. So sind die Eisbären nach einer Studie bekanntester Klub im Lande abseits des Fußballs. Die Betonung muss auf „Klub“ liegen. Die Fans kommen wegen ihrer Teams ins Stadion.

Es gibt keine großen Stars, sondern nur Lokalgrößen im Eishockey: So musste Sven Felski als Berliner auf den Plakaten als Werbeträger herhalten. „Natürlich freue ich mich auf das Spiel“, sagt er, „da kann ich mit vielen Kumpels zusammenspielen.“ Aber warum Europa gegen Amerika? 60 Prozent der DEL-Profis sind Deutsche. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagt: „Es sind doch viele Deutsche im Team Europa dabei.“ Und dann sei das Ganze ja nicht so ernst gemeint. „Nicht wie früher, als noch das Nationalteam gegen die Allstars spielte, da hat der Trainer Hans Zach 110 Prozent von seinen Jungs verlangt.“

Oliver Pocher droht damit, selbst aufs Eis zu gehen

Am Sonnabend werden wohl zehn Prozent Kraftaufwand für die ausgewählten Profis reichen, um die Fans zu amüsieren. Allerdings spricht auch etwas dagegen, dass es lustig wird. Denn Oliver Pocher hat angedroht: „Wenn es gut läuft, spiele ich sogar mit.“ 

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