Sport : Eishockey: Der ratlose Eisbär

Claus Vetter

Am Tag vor dem Spiel hatte Uli Egen, der Trainer des EHC Eisbären, noch die Güte der Defensivtaktik der Kassel Huskies in Frage gestellt. Doch gestern konnten sich Egen und seine Eisbären vom Erfolg dieser Spielweise überzeugen. Denn vor allem Dank guter Abwehrarbeit nahmen die Spieler von Trainer Hans Zach vor 4400 Zuschauern drei Punkte aus dem Sportforum Hohenschönhausen mit. Für die so gut in die Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gestarteten Eisbären bedeutete das 0:3 (0:2, 0:0, 0:1) gegen Kassel bereits die dritte Niederlage in Folge.

Vollversammlungen im Drittel der Huskies prägten das Bild, gute Torchancen ergaben sich aber kaum für die Berliner. Und was passieren kann, wenn man angesichts erfolgloser Angriffsbemühungen zu ungeduldig wird, zeigte sich auch in Hohenschönhausen: Die Huskies warteten geduldig auf ihre Möglichkeiten, und die erste aussichtsreiche nutzte Jeff Tory dann nach elf Minuten bei Kasseler Überzahl. Mit einem Schuss von der blauen Linie, den der Berliner Lee Sorochan abfälschte, traf er zum 1:0. Richard Shulmistra hatte keine Chance. Beim zweiten Gegentreffer war das anders: Im Liegen bugsierte Gert Acker den Puck am indisponierten Shulmistra vorbei, und es stand 0:2.

Das Tor des herausragenden 19-jährigen Ackers wurde übrigens von Benjamin Hecker vorbereitet. Der gebürtige Berliner - in der Vorsaison von den Capitals nach Landshut abgeschoben - hinterließ gestern einen guten Eindruck. Dem Spielerpersonal der Eisbären konnte man ähnliches nicht attestieren. Spätestens ab Mitte des zweiten Drittels herrschte bei den Berlinern kollektive Ratlosigkeit.

Es wirkte hilf- und glücklos, wie sich die Berliner Stürmer vor dem Tor des gut aufgelegten Keepers der Huskies, Leonard Fatikow, anstellten. Allen voran wäre da Chris Marinucci zu nennen, denn der US-Amerikaner ließ ein halbes Dutzend guter Möglichkeiten ungenutzt. Daneben schmälerte noch ein undisziplinierter Rob Leask die Chancen der Eisbären - nach seiner zweiten Zehn-Minuten-Strafe musste er vorzeitig in die Kabine. Am agilsten wirkte gestern bei den Eisbären noch der Trainer: Uli Egen ließ im letzten Drittel auf der Spielerbank so einige Schimpfkanonaden los, was den Eisbären aber auch nicht weiter half. Sven Valenti besiegelte kurz vor Schluss - Egen hatte Shulmistra zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen - mit dem dritten Tor für Kassel die zweite Heimniederlage der Eisbären.

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