Eishockey : Deutschland chancenlos gegen Finnland

UPDATE Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verliert ihr zweites Spiel bei Olympia gegen Finnland 0:5, weil sie zu viele Strafzeiten kassiert. Das nutzen die Finnen aus.

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Vancouver 2010 - Eishockey
Der Anfang vom Ende. Tuomo Ruutu staubt zum 1:0 ab. Dimitri Pätzold im deutschen Tor streckt sich vergeblich. -Foto: dpa

Wozu viele Worte verlieren, wenn es nicht viel zu sagen gibt? Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp beschränkte sich nach dem 0:5 (0:1, 0:2, 0:2) im zweiten olympischen Gruppenspiel gegen Finnland auf das Nötigste: „Das war heute zu viel Finnland für uns“, sagte der 44-Jährige. „Sie haben außerordentlich stark gespielt. Ich will das gar nicht weiter analysieren Wir haken das ab und schauen nach vorn.“ Und das war gut so: Würden seine Profis zu viel darüber nachdenken, wie die Finnen sie schwindelig spielten, könnten sie hier in Vancouver in Selbstzweifel verfallen. Und die können die deutschen Außenseiter bei dem unglaublich stark besetzten Eishockey-Turnier nun gar nicht gebrauchen. In der letzten Gruppenpartie gegen Weißrussland, die schon am Sonntag (6 Uhr MEZ,) stattfindet, wollen sie endlich Tore schießen. Nach zwei olympischen Spielen lautete die deutsche Bilanz nämlich: null Punkte, 0:7 Treffer.

Anders als bei der ansprechenden Leistung beim 0:2 gegen die Schweden war die DEB-Auswahl den Finnen klar unterlegen: läuferisch, physisch, technisch, taktisch und auch im Kombinationsspiel. Das erfahrene Team "Suomi", das in Vancouver mit 15 Profis von Turin antritt, glänzte besonders im Powerplay, gleich vier Treffer fielen bei Überzahl (5. Minute Ruutu, 25., 37. Timonen, 50. Pitkanen), nur in 48. Minute war Ruutu bei Gleichzahl erfolgreich. „Die Finnen waren gegen uns stärker als die Schweden“, stellte Deutschlands Verteidiger Christian Erhoff von den Vancouver Canucks fest, der von den 16.662 Zuschauern im Canada Hockey Place erneut mit freundlichem Applaus begrüßt worden war. „Wir sind überhaupt nicht in die Offensive gekommen, sie waren die ganze Zeit in unserem Drittel. Wir müssen mit mehr Selbstvertrauen spielen.“ Annähernd mithalten konnte nur Deutschlands NHL-Block mit Ehrhoff, Dennis Seidenberg, Jochen Hecht, Marcel Goc und Marco Sturm, wobei letzterer bei Unterzahl geschont wurde, da er sich beim Auftakt gegen Schweden die Schulter geprellt hatte.

Der Rest der deutschen Profis fiel deutlich ab. Als es in der 48. Minute 0:4 stand und wirklich alles verloren war, schonte Krupp seine nordamerikanischen Spitzenkräfte. „Ich brauche sie frisch“, sagt der Coach. Die einzigen gefährlichen deutschen Torchancen hatten Manuel Klinge (19.) und Sturm (35.), der bei einem Konter an Finnlands starkem Goalie Niklas Backstrom scheiterte. Arm dran war der Ingolstädter Dimitri Pätzold, der im deutschen Tor den Vorzug vor Thomas Greiss erhalten hatte, und einen schwachen Abend erlebte. Er stand bei seinem Olympia-Debüt unter Dauerbeschuss, wirkte nervös und der schweren Aufgabe nicht gewachsen. 30 von 35 Torschüssen der Finnen parierte er. Gegen Weißrussland will Krupp wieder den NHL-erprobten Greiss (San José Sharks) einsetzen.

Den Finnen wird das 5:0 nicht nur wegen der Deutlichkeit des Ergebnisses in guter Erinnerung bleiben. Sie hatten zusätzlich etwas zu feiern: Ihr Veteran Temu Selänne (39) leistete die Vorlage zum 3:0, damit bringt er es auf insgesamt 37 olympische Scorerpunkte –  und das ist Rekord.

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