Eishockey : Deutschland qualifiziert sich für Olympia 2010

Durch ein 2:1 gegen Österreich hat die deutsche Eishockeynationalmannschaft das Olympia-Qualifikationsturnier in Hannover gewonnen und darf in Vancouver an den Start gehen. Das Spiel am Sonntag gegen Slowenien ist bedeutungslos.

Christian Otto[Hannover]

Sekunden nach der erlösenden Schlusssirene war Dimitri Pätzold nicht mehr zu sehen. Verschwunden in einem Gemenge aus überglücklichen Eishockeyprofis. Der Torhüter aus Hannover hielt den 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)-Sieg gegen Österreich mit seinen Paraden fest und ebnete den Weg von Hannover nach Vancouver. Dass die deutsche Nationalmannschaft schon vor der heute endenden Olympia-Qualifikation ihr Ticket für 2010 sicher hat, ließ selbst den sonst so kühlen Bundestrainer regelrecht auftauen. „Das war das wichtigste Spiel in meiner Karriere“, sagte Uwe Krupp und wirkte mehr als erleichtert darüber, dass das große Fernziel erreicht ist und das Zittern ein Ende hat.

Japans Sieg gegen Slowenien half den Deutschen

Krupp hatte im Vorfeld des Turniers in Hannover gehörig unter Druck gestanden und ihn noch selbst erhöht. Einen Routinier wie Daniel Kreutzer nicht zu nominieren, war gewagt. Aber die Mischung aus jungen und deutsch-kanadischen Spielern, der Krupp das Vertrauen geschenkt hatte, enttäuschte ihn nicht. Nach den Toren von Yannic Seidenberg und John Tripp war das deutsche Team in der Schlussphase noch gehörig unter Druck geraten. Für Österreich hatte Dieter Kalt zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen.

Es passte einfach alles an jenem Tag, an dem sich Japan zuvor überraschend mit 5:4 nach Penaltyschießen gegen die Slowenen durchgesetzt und damit den Weg für die vorzeitige Entscheidung geebnet hatte. Dass die Deutschen heute noch gegen Slowenien spielen, interessierte rund um die deutsche Umkleidekabine gestern Abend niemanden mehr. „Ich denke, da kam eben etwas in die Kabine“, sagte Krupp grinsend und meinte Getränke, die nach wichtigen Siegen gerne gereicht werden. „Erst Olympia und dann die Weltmeisterschaft im eigenen Land, das kann jetzt eine richtig schöne Geschichte werden“, sagte Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, im Hinblick auf 2010. Dann ging er zurück in Umkleidekabine und feierte mit. Christian Otto

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