Eishockey: Düsseldorfer EG : Der Aufschwung der DEG

Lange schleppte die Düsseldorfer EG ihre ruhmreiche Vergangenheit als Ballast mit sich herum. Nun scheint sich der älteste Eishockeyklub der DEL zu erholen. Ein Kommentar.

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Große Geschichte, die vieles überschattet. Zuletzt allerdings lief es besser bei der DEG.
Große Geschichte, die vieles überschattet. Zuletzt allerdings lief es besser bei der DEG.Foto: Imago/osnapix

Vertrauen zu zerstören geht schnell, Vertrauen wieder aufzubauen langsamer. Das ist im Sport so wie im Leben. Die Düsseldorfer EG, einst der strahlende Vorzeigeklub des deutschen Eishockeys, spielt seit den späten Neunzigerjahren in dieser Sportart meist nur eine Nebenrolle. Ein Fossil war die DEG. Kaum nennenswerte Erfolge erreichte der siebenmalige Deutsche Meister seit 1997, dafür unterlief ihm ein Absturz in die Zweitklassigkeit, ein gigantischer Zuschauerschwund und im Jahr 2005 der in Düsseldorf betrauerte Abschied aus dem seit 1935 angestammten Stadion an der Brehmstraße.

Nach dem Umzug in die moderne Arena im Stadtteil Rath wurden sie bei der DEG nie so richtig glücklich. Die glorreiche Vergangenheit schien den ältesten Klub der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eher zu belasten als zu schmücken – bis jetzt: Das neue Jahr beginnt der Klub nach 33 Spielen der Hauptrunde als Tabellenführer, die Arena in Rath ist so voll wie seit Jahren nicht, die Stimmung dort ist mitreißend grandios. Düsseldorf entdeckt seinen verlorenen Klub wieder – weil die Fans dem neuen Aufschwung trauen.

Denn der Erfolg von Düsseldorf ist gewachsen und nicht eingekauft. Er ist das Ergebnis einer Aufbauarbeit, die Christof Kreutzer vorantreibt: Mit Geschick, wenig Geld und Lokalkolorit. Christof Kreutzer spielte bei der DEG, ist noch Restaurantbetreiber im Stadion an der Brehmstraße und sein Bruder Daniel Mannschaftskapitän im Profiteam: Christof Kreutzer hat mehr gebürtige Düsseldorfer im Aufgebot als mancher Ligakonkurrent überhaupt deutsche Spieler im Kader hat. Sicher, die Düsseldorfer Nachwuchsförderung wurde auch durch finanzielle Engpässe begünstigt, Geld für starke Ausländer war jahrelang zu wenig da. Aber es hat funktioniert: Kreutzer schaffte mit seiner Mannschaft in der Vorsaison bereits den Halbfinaleinzug. Das war eine Überraschung.

Wenn es diesmal am Ende der Saison mehr wird, dann hätte die Düsseldorfer EG ein großes Stück von ihrem guten Ruf zurückgewonnen. Es wäre keine Überraschung mehr.

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