Sport : Eishockey: Ein Boulevard für den Helden

Zwei Tage nach der Verwirklichung seines jahrzehntelangen Traums hat die Heldenverehrung für Ray Bourque ihren Höhepunkt erlebt. Mehr als 250 000 Menschen feierten in den Straßen Denvers ihren Liebling und dessen Mannschafts-Kollegen von den Colorado Avalanche, die am Samstag zum zweiten Mal nach 1996 in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga (NHL) den Stanley Cup erspielt hatten. "Das ist meine erste Parade, und ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es wird Tage dauern, bis ich begreifen werden, was passiert ist", sagte Bourque nach der dreistündigen Siegesparade.

"Ray, Ray, Ray - wir wollen Ray", skandierte die Menge immer wieder - und erweichte damit das Herz des Verteidigers, dem in den letzten Wochen mehr als jedem anderen gegönnt worden war, dass er den Stanley Cup gewinnt. Nach dem 3:1 im entscheidenden siebten Play-off-Finalduell mit Titelverteidiger New Jersey Devils war es endlich soweit. 1826 Spiele hatte der 40- jährige Kanadier bis zur Krönung seiner 22-jährigen Karriere bestreiten müssen - so viel wie kein anderer Profi in der NHL. "Ray, du bist die Story Nummer 1. Du bist ein echter Hero. Du bist jetzt unser John Elway des Hockeys", brüllte ihm ein Fan durchs Megafon entgegen. Elway, der Quarterback der Denver Broncos, hatte 1998 mit 37 Jahren erstmals die Super Bowl gewonnen.

Kanadas Premierminister Jean Chretien hatte Bourque eine Stunde nach dem Triumph als Erster telefonisch gratuliert. Aus der ganzen Welt habe er Glückwünsche erhalten, erzählte Bourque, dem durch Denvers Bürgermeister Wellington Webb noch eine ganz besondere Ehre zuteil wurde. Nachdem das Stadtoberhaupt den "Colorado Avalanche Boulevard" eingeweiht hatte, erhielt auch Bourque eine nach ihm benannte Straße, den Ray Bourque Boulevard.

Der NHL-Verteidiger mit den meisten Toren (451) darf als Erster aus dem Team über den 75000 Dollar wertvollen Stanley Cup privat verfügen. Er werde mit ihm auf jeden Fall nach Boston fliegen. Dort stand Bourque bei den Bruins 20 Jahre unter Vertrag und mit ihnen auch 1988 und 1990 im Endspiel. Danach will er sich entschieden haben, ob er seine Karriere fortsetzt. "Ich könnte ganz gewiss noch spielen, da habe ich keine Zweifel. Doch es ist nicht mehr so einfach, wenn du 40 bist. Ich brauche dafür doppelt so viel Energie wie mit 20", sagte Bourque. Er hat eine mit sechs Millionen Dollar dotierte Option für die nächste Saison.

Union verpflichtet Jugoslawen Ristic

Berlin (dpa/ost) - Zwei Tage nach dem geplatzten Transfer des Brasilianers Daniel Teixeira verpflichtete der Berliner Zweitliga- Aufsteiger 1. FC Union den 25-jährigen, gebürtigen Jugoslawen Sreto Ristic. Er war ein Wunschkandidat von Trainer Georgi Wassilew. Der "Fußball-Deutsche" Ristic spielte zuletzt beim SSV Ulm und erzielte dort in 13 Spielen vier Tore. Zuvor hatte der Stürmer 47 Bundesliga- Einsätze für den VfB Stuttgart und fünf Tore geschossen. Ristic unterschrieb am Dienstag einen Zwei-Jahres-Vertrag und kam ablösefrei.

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