Sport : Eishockey: Ein Junior von 33 Jahren

Claus Vetter

Ein Stürmer kann nicht mehr spielen, ein Verteidiger darf vorerst nicht spielen. Den EHC Eisbären trennt derzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nur noch das - im Vergleich zu den Augsburger Panthern - bessere Torverhältnis vom letzten Tabellenplatz. Die jüngsten Vorkommnisse im Sportforum Hohenschönhausen zum Maßstab genommen, ist beim EHC kurzfristig nicht mit aufsteigender Tendenz zu rechnen: Für Stürmer Lubomir Vaic ist die Saison seit gestern wegen einer Schulterverletzung beendet, Verteidiger Rob Cowie wird sich aus disziplinarischen Gründen die kommenden Partien von der Tribüne aus anschauen müssen.

Am Sonntag hatte sich Lubomir Vaic bei der 2:4-Heimniederlage gegen die Kölner Haie die Schulter ausgekugelt. Bereits nach dem zweiten Drittel musste der Stürmer passen, gestern wurde bei einer Untersuchung ein Abriss der Gelenklippe in der linken Schulter diagnostiziert. Heute wird Vaic operiert, dem 23-Jährigen droht eine Pause von sechs Monaten. Damit ist die Saison für den slowakischen Nationalspieler beendet, sein Engagement bei den Eisbären wohl auch. In der kommenden Saison sind statt 16 nur noch 14 Ausländer erlaubt, die Eisbären wollen daher künftig verstärkt auf junge Spieler aus dem eigenen Klub zurückgreifen, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. Talente wie Fabio Patrzek oder Patrick Czajka von der zweiten Mannschaft, den Eisbären Juniors, hätten gute Aussichten, zum Stammpersonal in der Profimannschaft zu avancieren.

Zwei Nachwuchsspieler auf dem Wege nach oben, ein Oldie auf dem Weg nach unten: Zum Stamm der Profis gehört Rob Cowie vorerst nicht mehr. Ab heute muss der Verteidiger im Oberligateam des EHC mittrainieren, als ältester "Junior". Eine Degradierung für Cowie, denn ein Nachwuchsspieler ist der Kanadier nicht, mit 33 Jahren gehört er zu den erfahrensten Akteuren bei den Eisbären. Aus disziplinarischen Gründen hatte Eisbären-Trainer Uli Egen in den Schlussminuten der Partie gegen Köln Cowie auf der Bank schmoren lassen. Für ihn lief Junior Watzke aufs Feld. Der verärgerte Cowie legte sich daraufhin in der Kabine mit Kotrainer Tom Skinner an.

Offensichtlich hat der unbestritten offensivstärkste Verteidiger beim EHC am eher defensiv orientierten Spielsystem von Egen wenig Freude - und stößt damit bei den Verantwortlichen auf Unverständnis. Ein Dan Laperriere meckere schließlich auch nicht rum, wenn er beim Powerplay nicht zum Einsatz käme, sagt Lee. Das Trainergespann um Uli Egen habe bislang gute Arbeit geleistet, Quertreiber könne man nicht brauchen. Wenn sich Cowie so verhalte wie am Sonntag, dann würde er dem Klub "auf lange Sicht nicht weiterhelfen". Jetzt muss er zuschauen, vorerst am Freitag in Essen und am Sonntag gegen Nürnberg. Verlängerung nicht ausgeschlossen.

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