Eishockey : Eisbären Berlin bauen Tabellenführung aus

Die Eisbären Berlin sind momentan das Maß der Dinge in der Deutschen Eishockey-Liga: Der Tabellenführer gewann am Freitagabend das Spitzenspiel gegen Wolfsburg mit 5:4 und feierte damit den vierten Heimsieg in Serie.

Ron Ulrich

Berlin - Wolfsburg bleibt ein gern gesehener Gast der Eisbären. Auch im neunten Spiel hintereinander behielten die Berliner in der heimischen Arena die Oberhand und gewannen das Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga 5:4 (3:0, 1:3, 1:1). Den 14 100 Zuschauern wurde allerfeinstes Freitagabend-Entertainment geboten, das Spiel Erster gegen Zweiter hielt, was es versprach. Die Eisbären konnten durch den Sieg ihren Vorsprung auf Wolfsburg auf vier Punkte vergrößern.

„Gegen Wolfsburg darf man sich eben nie ausruhen“, sagte der Berliner Chris Hahn über 60 turbulente Minuten, in denen die Eisbären beinahe eine 4:0-Führung noch aus der Hand gegeben hätten. Eine Energieleistung im ersten Drittel sicherte den Eisbären den Sieg in einem Eishockeyspiel auf höchstem Niveau.

Dabei sah der Beginn nicht gut aus: In den ersten acht Minuten der Partie waren die Eisbären nicht richtig auf dem Eis, dann jedoch schlugen sie eiskalt zu. Denis Pederson (8.), Frank Hördler (17.) und Derrick Walser (19.) schossen eine 3:0-Führung heraus. In der Höhe war das überraschend, weil die Gäste aus Wolfsburg viel besser ins Spiel gekommen waren. Coach Pavel Gross hatte eine offensive Spielweise versprochen und sein Wort gehalten. Blitzschnell trugen die Niedersachsen ihre Angriffe vor und bestimmten die Anfangsphase. Eisbären-Goalie Rob Zepp musste gegen Christoph Höhenleiter parieren, Derrick Walser in höchster Not klären. Doch dann meldeten sich die Eisbären fulminant im Spiel zurück: Florian Busch setzte gekonnt Jens Baxmann ein, dessen Schuss bei Denis Pederson landete. Der Kanadier vollstreckte mit der Rückhand zur Eisbären-Führung.

Der Treffer stellte das Spielgeschehen auf den Kopf, die Gastgeber dominierten von nun an das Geschehen. In der 17. Minute konnte der ehemalige Eisbären-Torhüter Daniar Dshunussow einen Distanzschuss von Derrick Walser nur abprallen lassen. Frank Hördler war zur Stelle und traf zum 2:0. Für die Eisbären lief es jetzt wie gewünscht: Durch eine Zeitstrafe für Wolfsburgs Andrej Stakhow kamen die Berliner zu einer 4:3-Überzahlsituation. Genau darauf hatte Coach Don Jackson im Training zuletzt das Augenmerk gelegt. Mit Erfolg: Derrick Walsers Distanzschuss krönte das erste Drittel mit seinem Tor zum 3:0.

Doch der offensive Beginn hatte Eindruck hinterlassen. Auch Alexander Weiß erkannte an: „Wolfsburg hatte uns zu Anfang im Griff, aber wir haben uns in der Folge die Führung verdient.“ Diese Führung baute Daniel Weiß in der 25. Minute gar auf 4:0 aus, nachdem ihn Derrick Walser perfekt im Rückraum bedient hatte. Schon beim 3:0 hatte Walser sich einen Assist verdient, das 2:0 selber erzielt. Der Kanadier bestätigte am Freitagabend seine herausragende Form der Vorwochen.

Allerdings war es wie zuletzt so häufig das zweite Drittel, in dem die Eisbären zu lax agierten. Wolfsburg ließ sich trotz des deutlichen Rückstandes nicht beirren und spielte unermüdlich nach vorne. In der 27. Minute erzielte Norm Milley das 1:4 aus Wolfsburger Sicht. Es kam noch dicker: Nach einem Foul von Steve Walker an John Laliberte verwertete dieser den fälligen Penalty zum 2:4 (30.). Fünf Minuten später fuhr den Berliner Anhängern endgültig der Schreck in die Glieder. Stefan Ustorf ließ sich von Christoph Höhenleitner versetzen, der Wolfsburger Angreifer schob den Puck durch Rob Zepps Schoner zum 3:4 ein.

Neun Minuten vor dem Ende schlugen die Eisbären dann aber ein letztes Mal zurück. Wiederum bekam Wolfsburgs Dshunussow den Puck nicht so recht aus der Gefahrenzone, sodass ihn Sven Felski mit einem Hechtsprung zum 5:3 über die Linie schieben konnte. Wolfsburg antwortete noch mit dem 5:4 durch Höhenleitner, doch die Eisbären retteten den Sieg über die Zeit.

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