Eishockey : Eisbären besiegen Bruderklub aus Hamburg

Die Eisbären Berlin haben am letzten Hauptrunden-Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga die Freezers aus Hamburg mit 4:1 besiegt und treffen im Viertelfinale auf Ingolstadt.

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Berlin - Der Kapitän sorgte für Ruhe. Was war vorher nicht alles geredet und spekuliert worden. Ob die Eisbären aus Berlin den Freezers aus Hamburg im letzten Hauptrundenspiel nun zum Einzug in die Play-offs verhelfen würden, schließlich gehören beide ein und demselben Unternehmen an. Doch Stefan Ustorf wollte davon nichts wissen. Mit zwei Toren bereitete der Mannschaftskapitän dem Spuk und dem Gerede am Sonntag ein Ende. Hamburg ist raus, weil Ustorfs Eisbären letztlich 4:1 (1:0, 0:1, 3:0) gewannen. Im Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) treffen sie nun als Tabellendritter auf den sechsten ERC Ingolstadt. Ein Team, gegen das sie in der regulären Spielzeit nicht eine Begegnung erfolgreich beenden konnten.

Gegen Hamburg investierten die Berliner zunächst nicht übermäßig viel, um die Vorwürfe bezüglich der Bruderschaftshilfe zu entkräften. Nicht nur, dass sie sowieso schon personell geschwächt ins Spiel gegangen waren. Nein, sie verzichteten auch noch auf Alexander Weiß und Constantin Braun, denen Sperren drohten. Die verbliebenen Profis gaben sich darüber hinaus direkt nach Spielbeginn ziemlich gastfreundlich. Bereits nach 31 Sekunden wanderte Angreifer Florian Busch erstmals auf die Strafbank, und kaum stand er wieder auf dem Eis, ging er auch schon wieder auf das einsame Plätzchen zurück. Vier Minuten hatten die Hamburger damit Zeit, mit einem Mann mehr etwas Zählbares zustande zu bringen – allein, sie wussten damit nicht viel anzufangen. Trainer Benoit Laporte hatte dafür eine plausible Erklärung. „Meine Schlüsselspieler waren im Bus oder gar zu Hause geblieben“, kommentierte er ironisch die Leistung seines Teams.

Erschwerend kam für die Freezers hinzu, dass der Gegner keine weiteren Nettigkeiten zu verteilen hatte. Stefan Ustorf war in der 12. Minute am wachsten und brachte die DEL-Welt für alle Verschwörungstheoretiker wieder in Ordnung. Vorerst. Denn irgendwie schaffte es der Gast, zurück ins Spiel zu finden. Weniger aus Kreativität oder einem durchdachten Spielzug heraus, sondern eher aus Mangel an Alternativen hielt Colin Murphy in Unterzahl aus der Distanz einfach mal aufs Tor – und überraschte den verdutzten Rob Zepp im Tor der Eisbären. 1:1. Überaus lange ließen die Berliner ihre Hamburger Brüder allerdings nicht hoffen. Erneut war es Stefan Ustorf, der mit seinem zweiten Treffer des Tages die Richtung für seine Mannschaft vorgab.

Endgültig von allen Gerüchten aber befreite die Berliner erst Travis Mulock. Sein 3:1 machte alles klar – und dem Berliner Trainer Mut. „Unsere Einstellung hat gestimmt“, sagte Trainer Don Jackson. „Wir haben nicht nachgelassen und können jetzt mit einem positiven Feeling in die Endrunde gehen.“

Für den Bruderklub aus Hamburg dagegen war das Rennen nach einer insgesamt enttäuschenden Saison vorbei. Erst recht, da Derrick Walser 42 Sekunden vor Schluss auch noch das 4:1 ins leere Hamburger Tor draufsetzte. Die Freezers reagierten mit einer Mischung aus Trotz (Trainer Laporte) und Trauer (die Spieler). Und die Berliner? Denen war’s nur recht. „Play-offs spielen ist schön“, sangen die Anhänger der Eisbären und schickten noch einen letzten Gruß in Richtung der Hamburg Freezers hinterher: „Auf Wiedersehen.“

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