Eishockey : Eisbären düpieren ihren Coach und reden schon mit Mitchell

Don Jackson saß ruhig auf seinem Stuhl und starrte geradeaus. Zwei Plätze neben ihm erzählte derweil sein potenzieller Nachfolger Larry Mitchell von Gesprächen mit Jacksons Boss.

Ron Ulrich
Larry Mitchell.
Larry Mitchell.Foto: picture-alliance

Larry Mitchell, Coach der am Freitagabend von den Eisbären vorgeführten Augsburger Panther, sprach ganz offen: „Es gab heute Gespräche mit Peter John Lee. Allerdings ist noch nichts entschieden.“

Seit geraumer Zeit wird der Name Mitchell als möglicher neuer Eisbären-Trainer gehandelt, neu war nun die Bestätigung der Gerüchte in aller Öffentlichkeit. Pikant auch, dass der derzeitige Coach Don Jackson durch die Aussagen seines Trainerkollegen bloßgestellt wurde. „Ich wusste nichts von den Gesprächen“, meinte Jackson, fügte aber an: „Das gehört zum Geschäft. Ich konzentriere mich aber auf die Spiele.“

Eisbären-Manager Peter John Lee bemühte sich am Samstag um Schadensbegrenzung: „Gespräche werden mit vielen geführt, dabei geht es aber nicht immer um die Zukunft.“ Lee verkündete, sich demnächst mit Jackson zu besprechen. Einen konkreten Termin gebe es aber nicht. „Wir setzen uns nicht unter Druck, eine Entscheidung kann zur Not auch im Juni fallen“, sagte Lee.

Für Jackson wird das Thema Vertragsverlängerung zur Hängepartie. Schon vor Monaten wünschte er sich eine Klärung der Angelegenheit, passiert ist allerdings nicht viel. „Peter wird sich melden und wir werden die Zukunft besprechen“, erklärte Jackson. Die aufgeschobenen Gespräche sind aber alles andere als ein Vertrauensbeweis.

Augsburgs Trainer Larry Mitchell ließ dagegen keinen Zweifel daran, dass er eine neue Aufgabe sucht. „Ich bin zu ehrgeizig, um mich mit der derzeitigen Situation zufrieden zu geben. Es gibt andere Herausforderungen.“ Ständige Ungereimtheiten bezüglich des Stadionumbaus, die Verringerung des Etats und der Verkauf von Leistungsträgern stoßen Mitchell auf. „Das ist ziemlich frustrierend“, klagte Mitchell.

Der 43-Jährige gilt als akribischer Arbeiter und Talentspäher. Er führte die Augsburger im letzten Jahr überraschend zur Vizemeisterschaft und wurde ebenfalls als Kandidat für den Job des Bundestrainers gehandelt. Sein Vertrag läuft wie jener von Don Jackson im Sommer aus.

Bei allen Spekulationen um die Zukunft an der Bande rückte der 7:1-Sieg der Eisbären gegen die Augsburger Panther in den Hintergrund. Dabei zeigte das Team gerade im ersten Drittel und in der Schlussphase begeisterndes Eishockey. „Man sieht uns jetzt an, dass das Selbstvertrauen zurück ist“, sagte André Rankel, dem drei Assists gelangen.

Beste Voraussetzungen für das Spiel am Sonntag beim EHC München (18:30 Uhr), bei dem Kevin Nastiuk wiederum eine Chance als Goalie in der Startformation erhält. „Er hat seine Sache gegen Augsburg sehr gut gemacht“, urteilte Jackson.

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