Eishockey : Eisbären treffen in Hamburg sechsmal gegen die Krise

Den ersten Höhepunkt gab es gleich in der vierten Minute, als eine Massenschlägerei vor dem Tor von Rob Zepp die Gemüter erhitzte. Es sollten noch weitere Highlights folgen - ausschließlich für die Berliner Eisbären.

Edgar Wieschendorf

Hamburg - So selbstverständlich hat man die Eisbären schon lange nicht mehr aufspielen sehen. Und vor allem nicht so erfolgreich. Nach drei Niederlagen in Folge haben sie am 35. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga mit einem starken Auftritt eindrucksvoll das Siegen wiedererlernt. Das Team von Trainer Don Jackson düpierte den Tabellenletzten Hamburg Freezers mit einem effizienten 6:0 (2:0, 4:0, 0:0)-Triumph. „Wir sind sehr stark aufgetreten und haben mal wieder super Tore erzielt“, sagte Jackson. Zudem funktionierten die Gäste aus Berlin am Sonntag auch als Publikumsmagnet. 9769 Besucher (davon rund 750 aus Berlin) kamen in die Hamburger Arena – im 15. Heimspiel der Saison war es für die Freezers der zweitbeste Besuch in der laufenden Spielzeit.

Den ersten Höhepunkt gab es gleich in der vierten Minute, als eine Massenschlägerei vor dem Tor von Rob Zepp die Gemüter erhitzte. Vor allem Jean-Philippe Côté und Denis Pederson trugen eine bühnenreife Auseinandersetzung im Boxen vor und kassierten jeweils eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen unnötiger Härte. Nur wenig später nutzte Florian Busch die erste Hamburger Unsortiertheit in der Defensive zum Berliner Führungstreffer. Fortan hatte die Partie Thrill, Tempo und Leidenschaft. Jens Baxmann erzielte nach einem sehenswerten Konter inmitten einer hanseatischen Sturm- und Drangphase das 2:0. Brillant war das 3:0 für die Eisbären, als André Rankel in Unterzahl (Frank Hördler saß auf der Strafbank) einen technischen Fehler von Patrick Traverse an der blauen Linie eiskalt ausnutzte und mit einem sehenswerten Break nervenstark erfolgreich war. „Das hat uns den Rest gegeben“, befand Hamburgs Coach Benoît Laporte. Anschließend fielen die Treffer für die nun deutlich dominierenden Eisbären annähernd im Minutentakt. Travis Mulock, erneut André Rankel und Frank Hördler erhöhten nach 40 Minuten auf eine sagenhafte 6:0-Führung.

Die Hamburg Freezers waren endgültig konsterniert. Die zaghafte Aufbruchstimmung bei den Hanseaten nach dem jüngsten Trainertausch von Stéphane Richer zu Benoît Laporte vor nicht einmal einer Woche war schon vollkommen verpufft, denn es war bereits die zweite Heimniederlage in Folge unter Laportes Regie. Die Eisbären dagegen boten eine kleine Renaissance. Allerdings stellte Hamburg nach rund 30 Minuten auch die Gegenwehr fast gänzlich ein, was die Leistung der Berliner etwas relativiert. Trotzdem sprach Angreifer Florian Busch von einem „tollen Nachmittag“ und von „jeder Menge Spielfreude“. Diese und die Treffsicherheit der Eisbären dürfte zum Träumen auf bessere Berliner Tage in der DEL animieren.

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