Eishockey : Eisbären verlieren gegen Mannheimer Adler

Es war ein verdienter Erfolg der Mannheimer. Sie wirkten dynamischer und läuferisch frischer als die Eisbären. Die müssen nun am Sonntag Spiel vier in Mannheim gewinnen - sonst sind die Adler der neue Meister.

von
Die Mannheimer gewinnen gegen die Eisbären in Berlin. Foto: dpa
Die Mannheimer gewinnen gegen die Eisbären in Berlin.Foto: dpa

Es ist eine merkwürdige Angelegenheit. Im vierten Jahr spielen die Eisbären in ihrer neuen Arena im Bezirk Friedrichshain und nicht einmal haben sie seitdem vor heimischen Publikum eine Play-off-Serie beenden können. Bei der diesjährigen Finalserie um die deutsche Eishockeymeisterschaft wäre das aber noch möglich, wobei das von den Eisbären vor dem Spiel am Freitag keine erwünschte Option war: Sie verloren nämlich vor 14.200 Zuschauern den dritten Teil der Endspielserie gegen die Adler Mannheim 1:2 (1:0, 0:1, 0:1). Die Badener führen somit 2:1 in der Best-of-Five-Serie und die Berliner müssen am Sonntag Spiel vier in Mannheim gewinnen - sonst sind die Adler der neue Meister.

Es war ein verdienter Erfolg der Mannheimer. Die Adler wirkten dynamischer und läuferisch frischer, was ihnen lange aber wenig nützte. Im Tor der Berliner ließ sich Rob Zepp nicht so leicht beeindrucken – bis der Torwart dann einmal nicht so gut aussah und Yannick Lehoux nach 50 Spielminuten den entscheidenden Treffer für Mannheim schoss.

Auch Torwart Fredrick Brathwaite hat mit 39 Jahren und nun kurz vorm Ende seiner Karriere in seiner langen Laufbahn, in der auch in der National-Hockey-League in Nordamerika zwischen den Pfosten arbeitete, bessere Spiele gezeigt als am Freitag. Der  war oft nicht in seiner Position und kassierte dann auch ein Tor, das er hätte halten müssen: Bei Berliner Überzahl unterschätze Brathwaite einen Distanzschuss von Richie Regehr, unter dem Fanghandschuh rutschte der Puck schließlich ins Tor.

Für die Eisbären war das dankbar. Nach gut zehn Spielminuten nahm das Ganze eine Wendung, die ihnen entgegenkommen musste. Die Mannheimer mussten kommen, was den Berliner dann Raum zum Kontern ermöglichen sollte. Mannheim stürmte tatsächlich mit Macht nach vorne, die Berliner allerdings waren damit genug beschäftigt. Nach vorne ging nicht viel. Symptomatisch war die Szene als Travis Mulock kurz vor dem gegnerischen Drittel der Puck wegrutschte und Mulock damit den Ausgleich einleitete. Yanick Lehoux nahm die Scheibe, konterte und traf zum 1:1 für die Mannheimer.  37 Spielminuten waren da bereits vorbei.

Es war im Vergleich zum Spiel am Mittwoch, als die Eisbären beim 1:4 in Mannheim eine schwache Vorstellung ablieferten, ein enges Duell.  Ausgeglichen war es nicht, dazu waren die Spielweisen beider Mannschaften zu verschieden. Die Adler waren schneller auf dem Eis unterwegs, die Eisbären waren dafür in den Zweikämpfen körperlich präsenter.

Das dritte Drittel verbrachten dann die Spieler auf den Auswechselbänken beider Mannschaften meist stehend, ein Zeichen für die allgemeine Anspannung. Es war nun die Frage, wer den nächsten Fehler machen würde: Es war Eisbären-Stürmer Jonathan Sim, der mit seinem hohen Stock Markus Kink im Gesicht traf, so dass der Mannheimer an der Unterlippe blutete. Sim erhielt fünf Strafminuten und eine Spieldauerstrafe. Es folgte ein langes Überzahlspiel der Adler, das Lehoux nach gut drei Minuten mit dem Tor zum 2:1 für Mannheim abschloss.

Die Berliner rannten danach an. Wütend. Mannheim kämpfte nun, die Spieler warfen sich im Sekundentakt in Schüsse der Eisbären. Es reichte für die Adler. Die Berliner Zuschauer verließen in ihrer Enttäuschung fluchtartig die Arena.   

Vielleicht lag es daran, dass am Mittwoch erstmals seit 2005 nicht Bernd Römer vor einem Finalspiel in Berlin die Nationalhymne auf seiner E-Gitarre schrammelte, sondern das Stück auf einem weißen Flügel gespielt wurde? Sicher nicht. Die Eisbären waren in der Finalserie bislang nicht so dominant, wie man das von ihnen aus den jüngsten Jahren kennt. Nun also stehen sie vor der Aufgabe, den Adlern vor eigenem Publikum die Meisterfeier zu verderben. Das wird ganz schwer,  seit dem 1:4 im ersten Auswärtsspiel der Serie wissen die Berliner das.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar