• Eishockey grüßt Fußball: André Rankel: "Da kennst du die Hobbys deiner Gegenspieler"

Eishockey grüßt Fußball : André Rankel: "Da kennst du die Hobbys deiner Gegenspieler"

Der HSV und Werder Bremen spielen in 19 Tagen vier Mal gegeneinander. Eine Situation, die Eishockeyspieler bestens aus den Play-offs kennen. André Rankel vom Meister Eisbären und Alexander Barta von den Hamburg Freezers erzählen im Gespräch mit Tagesspiegel.de worauf es in so einer Serie ankommt.

André Rankel, was Sie als Eishockeyprofi aus den Play-offs gewohnt sind, ist für die Kollegen Fußballer vom HSV und Werder Bremen neu. Die spielen nun viermal hintereinander gegeneinander...


Ja, so etwas kenne ich gut. So eine Serie hat nichts mit der Normalität einer Hauptrunde zu tun, da kommen auf dem Spielfeld ganz andere Emotionen und Rivaltitäten auf. Du kennst deine Gegner nach dem zweiten Spiel sehr gut, spätestens in Spiel vier weißt du über sämtliche Hobbys deines Gegenspielers Bescheid.

Und wie geht ein Profi dann mit diesem Wissen um?

Das Wichtigste ist, dass man dann als Spieler immer noch mal eine Überraschung für den Gegner parat hat. Einen neuen Trick zum Beispiel oder...

...einen starken Spruch. Spielt da der Trash-Talk nicht auch eine ganz andere Rolle als sonst?

Sicher, man sieht sich ja ein paar Tage später schon wieder. Aber nicht nur auf dem Spielfeld wird gefoult und gestritten. Es wird ja auch nach und vor den Spielen viel gegiftet und gesagt, auch diese psychologischen Spielchen können beeinflussen. Meine Art ist das allerdings nicht, ich beteilige mich bei so etwas prinzipiell nicht. Auch so kann man dem Gegner seine Stärke zeigen, demonstrieren, dass man sich durch nichts beeindrucken lässt.

Sie sind ja ein Freund des Fußballs. Was glauben Sie denn,wer in der Serie HSV gegen Werder am Ende besser dastehen wird?

Das erste Spiel ist das wegweisende. Wer da Schwäche zeigt, riskiert auch, die anderen Spiele zu verlieren.

Eine sehr globale Aussage...

Na gut, bei den Spielen HSV gegen Werder bin ich neutraler Beobachter. Meine Mannschaft ist der FC Bayern München, aber die können das Problem von Werder und dem HSV ja diese Saison nicht mehr haben (lacht).

Dabei sind Sie gebürtiger Berliner...

Stimmt. Aber deshalb muss ich ja nicht gleich Hertha-Fan sein. Im Eishockey bin ich übrigens immer für die Eisbären, da kann ich Sie beruhigen.

Freezers-Stürmer Alexander Barta: "Ich drücke dem HSV die Daumen"

Alexander Barta, was Sie als Eishockeyprofi aus den Play-offs gewohnt sind, ist für die Kollegen Fußballer vom HSV und Werder Bremen neu. Die spielen nun viermal hintereinander gegeneinander...

Ja, das wird eine spannende Sache. Obwohl ich kaum glaube, dass die Fußballer da Tipps von mir brauchen. Die wissen, worum es geht. Das sind alles K.o.-Spiele, ob nun Uefa-Cup, Pokal oder Bundesliga, für beide geht es ja um viel. Es wird heiß hergehen.

Warum?

Weil in so einer Serie mit Play-off-Charakter gehst du als Sportler anders zur Sache. Da lernt man die Leute gut kennen, da hat man dann nach einem Spiel schnell mal eine Rechung offen, die man dann im nächsten Spiel begleichen will. Das geschieht dann auhc verbal. Die ein oder andere Aussage macht man schon, um den Gegner zu provozieren.

Ist Ihnen das auch schon passiert?

Natürlich. Aber es gehört eben dazu.

Sie sind zwar in Berlin geboren, spielen aber schon seit Jahren in Hamburg. Ihre Arena liegt genau neben der Arena des HSV...

... da wollen Sie jetzt wissen, wem ich die Daumen drücke? Dem HSV natürlich. Aber ich habe auch Respekt vor Werder, auch wenn man so etwas in Hamburg vielleicht nicht so gerne hört. Beide Mannschaften haben schon Großes geleistet, der HSV allerdings besonders in dieser Saison.

Die Gespräche führte Claus Vetter.


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