Eishockey : Kanadas schwieriger Weg zum Olympiasieg

86 Goldmedaillen werden in Vancouver vergeben, doch der Sieg im Eishockey bedeutet dem Großteil der Kanadier mehr als alles andere. Der Weg dahin ist für die Träger dieser nationalen Aufgabe aber nicht einfach.

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Torhüter mit Heimvorteil. Roberto Luongo spielt in der NHL für die Vancouver Canucks und jetzt für Kanada bei Olympia. -Foto: AFP

Dass das Team Canada im Eishockey Gold holt, hält die Mehrheit der Kanadier für selbstverständlich. Die Frage ist nur, welche Mannschaft im Finale besiegt wird. Die "Vancouver Sun“ veröffentlichte am Wochenende bereits eine große Olympia-Sonderbeilage. Das einzige Thema: Eishockey. Die Schlagzeile: "Nothing but Gold!" Nur Gold zählt.

Der Weg dahin ist für die Träger dieser nationalen Aufgabe trotzdem nicht einfach. Beklagte sich Bundestrainer Uwe Krupp vor den Winterspielen noch darüber, dass er mit seiner Mannschaft nur das Vorbereitungsspiel gegen Lettland am Mittwoch habe bestreiten können, so muss man aus kanadischer Sicht sagen: schöner Luxus!

Da die kanadischen Profis ausschließlich in der National Hockey-League (NHL) mit ihrem dicht gedrängten Spielplan engagiert sind, müssen alle noch am Wochenende der Olympia-Eröffnung Ligaspiele bestreiten. Die meisten Profis, so auch die Spieler der Vancouver Canucks, konnten sich die Eröffnungsfeier nicht einmal im Fernsehen anschauen, da sie zur selben Zeit auf dem Eis standen. Auch am Sonntag wird in der NHL noch gespielt, bevor Kanada am Dienstag gegen Norwegen ins olympische Turnier startet.

Vorbereitung? Nicht möglich. Gejammer? Nur ein kleines bisschen Traurigkeit. So bemerkte Torhüter Roberto Luongo, bei den Canucks Teamgefährte des deutschen Nationalspielers Christian Ehrhoff, er finde es "enttäuschend", dass er während der Eröffnungsfeier nicht in Vancouver sein könne. "Aber das ist eben Teil des Geschäfts." Falls Kanada versagen sollte, wird trotzdem keine Ausrede zählen. Premierminister Stephen Harper sagte über die Ansprüche seiner Landsleute der "Sports Illustrated": "Ich kann mir kein anderes Land vorstellen, wo von einem Team so universell eine Goldmedaille verlangt wird."

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