Sport : Eishockey-Matadoren streben zwei Siege in zwei Tagen an

Claus Vetter

Ämterhäufung - das ist nicht nur in der Politik ein probates Mittel, um in Krisenzeiten ein wenig fester im Sattel zu sitzen. Klappt es mal nicht mehr als Minister, dann ist man halt immer noch Aufsichtsratsmitglied. Auch im Sport und insbesondere im Eishockey kann man sich durch viele Posten vermeintliche Standfestigkeit verleihen. In Berlin gab es Versuche in dieser Richtung. So war Peter Ustorf bei den Capitals mal Trainer und Manager, später Geschäftsführer und Manager. Freilich hat die Ämterhäufung Ustorf nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Vielleicht hilft es aber Peter John Lee, derzeit nur Trainer der Eisbären. Sollte es mal hinter der Bande nicht mehr wunschgemäß laufen, bliebe da künftig der Posten als Sportdirektor? "Da gibt es zwar ein Zitat von mir, aber das ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen", sagt Lee. Ehrliche Kritik würde er stets akzeptieren, aber nicht Dinge, die aus der Luft gegriffen seien. "Ich will momentan nicht Sportdirektor werden." Manager Lorenz Funk nimmt die Gerüchte um den Sportdirektor Lee amüsiert zur Kenntnis: "Hauptsache, der Name ist richtig geschrieben und steht in großen Buchstaben in der Überschrift, die ein schönes, großes Fragezeichen am Ende hat." Es bleibt also beim Trainer Lee. Und der braucht weitere Pöstchen momentan nicht, denn nach dem Erfolg gegen Krefeld und dem 7:0 im Derby gegen die Capitals gibt es zurzeit keine Diskussionen um den Coach der Eisbären.

Heute empfangen die Berliner die Hannover Scorpions (19.30, Sportforum Hohenschönhausen). Das ist eine Mannschaft, an die Lee mit gemischten Gefühlen denkt. Bereits zwei Mal haben die Eisbären in dieser Saison beim heutigen Gegner antreten müssen. Mit unterschiedlichem Erfolg: Zum Saisonauftakt setzte es eine 2:5-Niederlage, die sich im Nachhinein als programmatisch für die Talfahrt in den ersten Wochen erweisen sollte. Am 12. Oktober gelang den Berlinern ein überraschender 2:0-Erfolg, der einen Wendepunkt bedeutete. Inklusive des Spieles von Hannover gab es zuletzt in vier Partien acht Punkte. "Wir müssen an unsere guten Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen", sagt Stürmer Sven Felski, "damit wir in der Tabelle möglichst schnell unter die ersten acht Plätze kommen." Immer hinterzuhinken und darauf zu bauen, dass es dann im Endspurt noch klappt, dies sei nicht die richtige Einstellung, meint auch Lee. An diesem Wochenende müssten nun endlich auch mal sechs Punkte her.

Kein leichtes Unterfangen, denn nach dem heutigen Spiel müssen die Eisbären am Sonnabend bei den Frankfurt Lions antreten. Was passieren kann, wenn man am Freitag Hannover niederringt und tags darauf wieder spielen muss, haben die Capitals vorgemacht. "Das sollte uns nicht passieren", sagt Lee. Bei aller Vorfreude auf die Scorpions, seine Spieler sollten "den Sonnabend schon im Hinterkopf haben".

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