Eishockey-Nationalmannschaft : Frank Hördler: „Wir wollen mehr davon“

Vor dem Spiel am Freitag gegen Finnland spricht Frank Hördler im Interview über die Euphorie um das deutsche Eishockey-Nationalteam, die Verdienste von Bundestrainer Uwe Krupp und Penaltys.

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Und rein. Frank Hördler schoss die Deutschen mit dem ersten Penalty seiner Karriere zum Sieg gegen Slowenien. Foto: dpa
Und rein. Frank Hördler schoss die Deutschen mit dem ersten Penalty seiner Karriere zum Sieg gegen Slowenien.Foto: dpa

Herr Hördler, werden Sie jetzt öfter mal Penaltys schießen?

Ach, das ist nicht mein Job. Meine Aufgabe ist es nicht, irgendwo da vorne rumzulaufen und ein Tor zu schießen oder zu versuchen, ein Tor zu schießen. Ich konzentriere mich lieber darauf, was ich als Verteidiger hinten so machen muss.

Dennoch haben Sie der Nationalmannschaft mit Ihrem Treffer im Shoot-out gegen Slowenien den Sieg beschert.

Ja, das war selbst für mich überraschend, weil es ja mein erster Penalty als Profi überhaupt war. Mein Mitspieler Daniel Kreutzer hat mich vorgeschlagen und unser Torhüter Dennis Endras hat mir noch schnell gesagt hat, wo ich hinschießen soll. Und das habe ich dann getan. Was danach kam, war natürlich schon irgendwo berauschend.

Überhaupt hat man vor dem Zwischenrundenstart heute gegen Finnland den Eindruck, dass die gesamte Mannschaft in der Slowakei spielt, als wäre sie berauscht.

Im Augenblick passt einfach alles zusammen. Wir haben unglaublichen Teamgeist, Charakter und Willensstärke. Dazu kommt, dass wir sehr diszipliniert auftreten und kaum Strafzeiten nehmen, und wenn wir dann mal in Unterzahl sind, dann wird sehr hart gearbeitet. Wir ziehen durch, was wir vom Trainer vorgegeben kriegen.

Liegt es also an Bundestrainer Uwe Krupp, dass Sie so gut drauf sind?

Er hat auf jeden Fall einen sehr großen Anteil daran. Jeder weiß, was er zu tun hat. Die Stürmer machen ihre Sache vorne sehr gut, arbeiten aber auch mehr nach hinten mit und machen es uns Verteidigern so leichter. Insgesamt wird die Taktik sehr gut umgesetzt.

Das war nicht immer so. Was hat sich im Vergleich zu früheren Zeiten verändert, als die Deutschen den Großen oft nur hinterherrannten?

Ich kann das für die Zeit beurteilen, in der ich dabei bin. Seitdem ist es stetig bergauf gegangen. Wir spielen etwas mutiger als früher und vor allem geradliniger – das macht schon viel aus.

Das klingt alles ziemlich abgeklärt und nüchtern.

Na ja, es ist schon auch unglaublich viel Freude dabei. Wir sind alle gut drauf. Mittlerweile begreifen wir auch, was hier abgeht. Jetzt freuen wir uns auf nächste Spiele. Wir wollen mehr davon haben.

Wie viel mehr kann es denn bei dieser WM für Ihr Team noch geben?

Ich hoffe nicht, dass die Leute jetzt zu viel von uns erwarten, denn es wird von Spiel zu Spiel schwieriger. Und ich glaube nicht, dass jetzt irgendeine Mannschaft Deutschland auf die leichte Schulter nimmt. Weit voraus denken wir nie. Das nächste Ziel heißt Viertelfinale.

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