Eishockey : Rarität wird Eisbären zum Verhängnis

Kurioser Torentscheid beim 3:6 gegen Hamburg

Claus Vetter

Berlin – Es war gestern ein Abend im Sportforum, an dem selbst Eishockey-Anhänger noch etwas lernen konnten. Ein Eigentor bei einer angezeigten Strafe gegen den Gegner – das gibt es selten. Bis zum Jahr 2006 zählte so ein Treffer nicht. Dann aber wurde Regel 514 vom Weltverband geändert und seitdem zählen solche Eigentore. Das wiederum wurde den Eisbären gegen die Hamburg Freezers zum Verhängnis.

Als Schiedsrichter Willi Schimm anfangs des letzten Drittels eine Strafe gegen einen Hamburger anzeigte, verließ Berlins Torwart Rob Zepp sein Tor, damit die Eisbären in Überzahl agieren konnten. Das Spiel lief zunächst weiter. Wären die Hamburger nun an den Puck gekommen, hätte Schimm abgepfiffen und der Freezers-Spieler seine Strafe angetreten. Es kam aber anders, ein Rückpass von Eisbären-Verteidiger Deron Quint landete unbeabsichtigt im Berliner Tor – zum 4:2 für Hamburg. Es war die Vorentscheidung, die Eisbären verloren ihr erstes Heimspiel 3:6 (2:1, 0:2, 1:3).

Kurioser wurde es, als Hamburgs Torwart Pelletier als Torschütze zum 4:2 gewertet wurde. Denn Pelletier war als letzter Hamburger am Puck, bevor das Foul angezeigt wurde und somit gilt er als Torschütze und nicht Quint, der den Puck eigentlich ins eigene Tor befördert hatte. Pelletier ist nach Klaus Merk somit der zweite Torwart, der in der DEL ein Tor geschossen hat. Eine Rarität, die Don Jackson nicht gefiel. Zwei Auswärtssiege hatte der Berliner Trainer mit seinem Team hinter sich, als sie vor 5000 Zuschauern die Freezers empfingen und heftig enttäuschten. „So ein Eigentor habe ich noch nie gesehen und werde es nie wieder sehen, das war das Mysterium des Spiels“, sagte Jackson.

Nach einem guten ersten Drittel, in dem die Berliner aus einen 0:1-Rückstand durch Tore von Quint und Stefan Ustorf eine 2:1-Führung machten, verloren sie ihre Ordnung. Die Hamburger trafen durch Tripp und Smyth. Im letzten Abschnitt war es dann das Eigentor, das die Eisbären aus dem Konzept brachte. Die Freezers fuhren eine halbe Ehrenrunde, während sich hinter den Spielern der Eisbären längst die Kabinentür geschlossen hatte. Claus Vetter

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