Eishockey : Schubert mit Ottawa im Stanleycup-Finale

Christoph Schubert hat als dritter deutscher Eishockey-Spieler den Sprung in das Stanleycup-Finale der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL geschafft - und sich einen Traum erfüllt.

Buffalo - Am Samstagabend gewann der Münchner mit seinen Ottawa Senators im Playoff-Halbfinale 3:2 nach Verlängerung bei den Buffalo Sabres mit Jochen Hecht und kam damit in der "Best of Seven"-Serie zum entscheidenden vierten Sieg. "Das ist überragend. Ich kann gar nicht aufhören, zu lachen, bin echt überglücklich und freue mich riesig auf das Finale", jubelte der mit Champions-Cap und Champions-T-Shirt dekorierte 25-Jährige, nachdem sich Ottawa durch den Erfolg den Titel in der Eastern Conference gesichert hat.

Für Schubert und sein Team ist der Final-Einzug der größte Erfolg in der jungen Vereinsgeschichte. Erst 1992 wurde die Mannschaft aus der kanadischen Hauptstadt neu gegründet. Der Vorgänger-Verein, der den gleichen Namen trug, hatte bis 1934 zehn Mal die älteste Team-Trophäe der Welt gewonnen. Vor Schubert hatten aus Deutschland bisher nur Uwe Krupp und Olaf Kölzig das Stanleycup-Finale erreicht. Der heutige Nationaltrainer Krupp gewann 1996 mit der Colorado Avalanche 4:0 gegen die Florida Panthers und schoss dabei in der dritten Verlängerung des vierten Spiels das entscheidende 1:0. Nationalkeeper Kölzig hingegen verlor 1998 mit den Washington Capitals im Finale glatt mit 0:4 gegen die Detroit Red Wings.

Hecht geschockt

Während Christoph Schubert jubeln durfte, ist für den Mannheimer Jochen Hecht der Traum vom Endspiel erneut geplatzt. Wie ihm Vorjahr war für den 29-Jährigen und seine Buffalo Sabres im Halbfinale Endstation. "Das Aus in diesem Jahr schmerzt mehr. Wir hatten diesmal die Mannschaft, um ins Endspiel zu kommen. Erneut kurz vorher auszuscheiden, ist nur schwer zu verdauen. Wer weiß, ob so eine Chance noch mal wieder kommt", meinte Hecht mit Tränen in den Augen.

Er hatte Buffalo im fünften Duell in Front gebracht (25.). Ottawa glich jedoch durch seinen in Freiburg geborenen Torjäger Dany Heatley (36.) aus und ging 39 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels durch Jason Spezza 2:1 in Führung. Als Schubert im Schluss-Drittel auf der Strafbank saß, nutzten die Gastgeber durch Maxim Afinogenow ihre Überzahl zum 2:2 (51.) aus. Ein ansatzloser Schuss von Senators-Kapitän Daniel Alfredsson beendete in der 10. Minute der Verlängerung Buffalos Hoffnungen auf den zweiten Sieg und die Fortsetzung der Halbfinal-Serie. 18690 Zuschauer in der HSBC-Arena und 15000 Fans, die die Partie auf einer Großbildleinwand vor der Halle verfolgten, waren geschockt. Viele Anhänger brachen in Tränen aus.

Fairer Verlierer

"Ich weiß, wie sich Buffalo jetzt fühlt. Uns ging es im Vorjahr genauso", so Schubert, dessen Senators 2006 in der zweiten Playoff-Runde an den Sabres (1:4) gescheitert waren. "Mit einem Schuss ist plötzlich alles vorbei und die sensationelle Saison beendet", meinte Hecht geschockt. Buffalo hatte die reguläre NHL-Saison dominiert und galt als Titelfavorit. "Ich wünsche Christoph viel Glück im Finale. Er soll so weiterspielen, wie gegen uns und den Stanleycup nach Deutschland bringen", sagte Hecht und gab sich als fairer Verlierer. "Wir wollen den Cup wieder nach Kanada bringen. Darauf wartet dieses Eishockey-verrückte Land schon seit 1993", meinte Schubert. Ottawa trifft im Endspiel auf den Sieger der Partie Detroit Red Wings gegen Anaheim Ducks. In diesem Duell steht es nach vier Spielen 2:2. (Von Heiko Oldörp, dpa)

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