Sport : Eishockey verrückt

Die Eisbären verspielen beinahe eine Fünf-Tore-Vorsprung – am Ende steht ein 7:4-Sieg über Krefeld.

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Aller Anfang war gut. Barry Tallackson (links) brachte die Eisbären früh in Führung. Zum Schluss aber wurde es noch einmal eng. Foto: König
Aller Anfang war gut. Barry Tallackson (links) brachte die Eisbären früh in Führung. Zum Schluss aber wurde es noch einmal eng....

Berlin - Was sollte da noch schiefgehen? 5:0 stand es bis sechs Minuten vor Schluss für die Eisbären Berlin. Das ist selbst in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt nicht mehr aufzuholen. Erst recht nicht gegen den Deutschen Meister. Von wegen! Die Krefeld Pinguine gaben sich am Freitagabend allergrößte Mühe, das Gegenteil zu beweisen. Mit einer rekordverdächtigen Aufholjagd kamen sie tatsächlich noch einmal auf 4:5 heran. Der Berliner Trainer Don Jackson konnte den finalen Ansturm der Pinguine nur noch mit einer Auszeit stoppen. Am Ende gewannen seine Eisbären 7:4 (2:0, 2:0, 3:4).

Als Tabellenzehnter waren die Krefelder nach Berlin gereist, doch das sollte nicht viel heißen. Denn obwohl sich die Eisbären neun Plätze vor ihnen aufhielten, hatten sie in der jüngeren Vergangenheit so ihre Probleme mit dem Team von Trainer Rick Adduono gehabt. Dreimal in Serie unterlagen sie den Pinguinen vor eigenem Publikum. Ihre Lust auf eine vierte Niederlage hielt sich naturgemäß in Grenzen – und das ließen die Berliner den Gegner auch spüren. Nachdem sie es zunächst mit flinkem, filigranen Spiel versucht hatten, half die Methode Gewalt. Erst flog ein satter Distanzschuss von Barry Tallackson in der neunten Minute ins Tor, dann wuchtete Darin Olver zehn Minuten später den Puck maßgenau ins rechte obere Eck.

Dabei hatte er so hart und genau gezielt, dass die Schiedsrichter schon den Videobeweis benötigten, um sich von der Richtigkeit des 2:0 zu überzeugen. Der Berliner Stürmer Florian Busch sah die Angelegenheit klarer – und gewohnt lapidarer: „Wir haben mit Barry und Darin eben zwei gute Schützen.“ Tallackson und Olver sind in dieser Saison die verlässlichsten Torjäger auf Seiten der Berliner. Aber sie besitzen auch recht gute Torleute. Ersatzmann Kevin Nastiuk, der am Freitag Rob Zepp vertrat, hielt im Mitteldrittel alles, was auf sein Tor kam – und das war eine ganze Menge. So wie es ohnehin ein munteres Spiel war, das die beiden Teams den 14 200 Zuschauern in der ausverkauften Arena boten. So richtig dramatisch allerdings wurde es erst im Schlussdrittel. Nachdem sich die Fans infolge von Toren durch Jonathan Sim, Darin Olver und Laurin Braun schon veranlasst sahen, das Liedchen mit dem Titel „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle“ anzustimmen, ging es erst richtig los mit dem Auftritt der Krefeld Pinguine. Innerhalb von vier Minuten gelang es ihnen, einen nicht mehr für möglich gehaltenen Moment der Spannung zu schaffen. Auf 4:5 kamen sie heran. Wie paralysiert wirkten die Eisbären – bis Jackson seine Spiele per Auszeit zur Bande pfiff. Es war die richtige Aktion zur richtigen Zeit, denn danach fielen die Tore wieder auf der anderen Seite: Nick Angell und Julian Talbot trafen zum Abschluss eines spektakulären Spiels.

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