Sport : Eishockey: Viele Chancen, sechs Tore

Claus Vetter

Zwei Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gehören zum Imperium von Philip Anschutz. Dass der Milliardär aus den USA seine beiden deutschen Kinder nicht zu gleichen Teilen liebt, ist bekannt. In Berlin hat er mit dem EHC Eisbären Großes vor, will dem Klub eine 16 000 Zuschauer fassende Arena bauen. Die München Barons hingegen bekam Anschutz vor zwei Jahren bei seinem Einstieg in die DEL als Zugabe. Als finanziell florierendes Produkt haben sich die Barons seitdem nicht erwiesen. Obwohl sie Meister und Vizemeister wurden, während das von Anschutz so geschätzte Berliner Team zweimal die Play-offs verpasste. Das soll sich ändern. Nach dem ersten Saisonspiel gestern zwischen Eisbären und Münchnern scheint ein Machtwechsel bei den beiden Klubs von Anschutz nicht ausgeschlossen. Vor 4100 Zuschauern in Hohenschönhausen siegten die Eisbären mit 6:1 (3:1, 2:0, 1:0).

Es war eine hochklassige Vorstellung der Gastgeber. Derart temporeiches Eishockey bekamen die Fans früher im Sportforum selten zu sehen. Die Barons vergaßen mitunter, die eigene blaue Linie zu sichern, dadurch eröffneten sich den Eisbären viele, viele Torchancen. David Roberts konnte sich dabei besonders profilieren. Bei seinem wunderschön herausgespielten Treffer zum 2:1 demonstrierte der US-Amerikaner in Diensten der Eisbären eindrucksvoll, warum ihm schon nach wenigen Spielen der Ruf vorauseilt, der technisch beschlagenste Spieler beim EHC zu sein. Fortier, Patterson, Larouche, Aldridge und Tomlinson erzielten die übrigen Treffer für die Eisbären.

Die Berlin Capitals überraschten bei den Frankfurt Lions mit einem 3:1 (2:1, 1:0, 0:0)-Sieg. Der Unterschied zwischen beiden Teams bestand vor allem in den Torhütern. Während Andrej Mezin zwischen den Pfosten der Capitals ruhig und gelassen selbst Großchancen der Hessen abwehren konnte, war sein Gegenüber Eldon Reddick ein ziemlicher Unsicherheitsfaktor. Nach dieser Niederlage wird in Frankfurt schon über die Ablösung von Trainer Blair Joseph MacDonald diskutiert.

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