Eishockey : Wie die Eisladies zum Titel kurvten

Die OSC Eisladies sind erneut Deutscher Meister. Die Berlinerinnen gewannen gegen SC Riessersee.

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Berlin - Es gab mal wieder etwas zu feiern im Wellblechpalast. Am späten Samstagabend war es, als hochklassiges Eishockey die betagte Halle in Berlin-Hohenschönhausen belebte. Diesmal waren es die OSC Eisladies, die an der ehemaligen Heimspielstätte der Eisbären Berlin zum großen Jubel ansetzten. 9:3 gewannen die Berlinerinnen gegen SC Riessersee und sicherten sich damit bereits drei Spieltage vor dem Ende der Meisterschaftsrunde den Titel – Play-offs gibt es bei den Frauen nicht. Nach 1991, 2006, 2007, 2009 holten sich die Eisladies ihre fünfte Meisterschaft.

Wie souverän sich die Eisladies durch die Bundesliga spielten, überraschte allerdings schon. „Wir freuen uns riesig“, sagt Trainer René Bielke. „Gerade weil wir mit so einem Ergebnis in keinem Fall rechnen konnten.“ Schließlich hat Bielkes Mannschaft vor der Saison wichtige Spielerinnen verloren. Während andere Teams drei oder vier Sturmformationen aufbieten, können die Eisladies teilweise nur mit zwei Reihen agieren. Dass es trotzdem zur Titelverteidigung reichte, führt der Trainer vor allem auf den Willen und die Geschlossenheit innerhalb des Teams zurück: „Die Mädels sind unglaublich ehrgeizig und hauen sich richtig rein.“ Aber auch Verbesserungen im Bereich Logistik dürften die Berlinerinnen angetrieben haben. „Früher mussten wir unser Essen und die Fahrten selber zahlen“, sagt Mannschaftsführerin Susann Götz. „Nun reisen wir zu manchen Spielen sogar mit dem Flugzeug.“ Neue Sponsoren machen es möglich.

Zwar haben sich die Verhältnisse bei den Frauen in den jüngsten Jahren verbessert, dennoch müssen sie im Gegensatz zu den Männern „viel noch selbst finanzieren“, sagt Trainer Bielke. Um das zu ändern, wünschen sich die Eisladies für die Zukunft vor allem eines: mehr Aufmerksamkeit. Ihr jüngster Erfolg könnte dazu einiges beitragen.Katrin Schulze

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