Sport : Eishockey: Wieder keine Punkte

Claus Vetter

Es gibt dieser Tage wichtigere Dinge als Sport. Beim gestrigen Spiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Capitals und den Revier Löwen in der Deutschlandhalle wurde auf Musik verzichtet. Vor dem Spiel gedachten die mit Trauerflor angetretenen Mannschaften und die 3200 Zuschauer den Opfern der Attentate in den USA mit einer Schweigeminute.

Die Capitals verloren die Partie mit 2:4 (1:1, 0:2, 1:1) und sind damit auch nach drei Spieltagen ohne Punktgewinn. Ein Ärgernis aus Sicht der Berliner, gegen ein wenig überzeugendes Team aus Oberhausen wäre mehr drin gewesen. Es schien fast so, als hätten sich beide Mannschaften mit dem Eröffnungsbully auf körperloses Eishockey geeinigt. In der Defensive schluderten beide Teams derart häufig, dass die Zuschauer sich an vielen versehentlich zu Stande kommenden Torchancen erfreuen konnten.

Die Capitals verkauften sich trotz fehlender Vorbereitung - wie schon bei den knappen Niederlagen gegen Düsseldorf (1:2) und die Eisbären (2:4) - anfangs recht passabel. Das Führungstor von Oberhausens Robert Hock nach einem Fehlpass von Capitals-Verteidiger Wadim Finko ließ Fredrik Öberg mit seinem Ausgleichstreffer in Vergessenheit geraten. Auch am Freitag gehörte der Schwede bei den Capitals zu den Besten.

Nach dem Ausgleich schienen die Capitals dem Führungstor sogar näher zu sein als die Revier Löwen. Nur haben sie keinen Robert Hock in ihrem Team. In der Vorsaison war Hock der erfolgreichste deutsche Punktesammler in der DEL, gestern demonstriere der von Bundestrainer Hans Zach bei der Weltmeisterschaft verschmähte Hock, warum: Nach einem Konter erhöhte er Mitte des zweiten Drittels auf 2:1, kurze Zeit später legte er zum 3:1 von Karabin auf. Das Spiel war entschieden, auch wenn die Capitals noch Chancen hatten. Doch selbst aus einer 5:3-Überzahl Ende des zweiten Drittels schlugen die Berliner kein Kapital.

Die Revier Löwen erhöhten im letzten Drittel durch Christian Kohmann auf 4:1. Erst 23 Sekunden vor Schluss schaffte Yvon Corriveau den Anschluss. Capitals-Trainer Gunnar Leidborg dürfte die erneute Niederlage seines Teams nicht überrascht haben. "Nach der fehlenden Vorbereitung kann von uns keiner erwarten, dass wir schon ein gutes Zusammenspiel, geschweige denn ein ordentliches Powerplay oder Unterzahlspiel zustande bringen", hatte der Coach der Capitals schon vor dem Spiel gesagt.

Ebenfalls enttäuscht gingen die Eisbären vom Eis. Das 5:6 (1:1, 2:3, 2:1) nach Penaltyschießen bei den Augsburger Panthern ist die erste Saisonniederlage der Berliner. Die Tore für die Eisbären in der regulären Spielzeit schossen Walker (2), Fortier, Laperriere und Cooper.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben