Eishockey-WM : DEB-Team besser, aber 0:2 gegen Tschechien

Chance gegen Tschechien verpasst, nun ein Schicksalsspiel gegen die Schweiz: Nur ein Sieg gegen den Erzrivalen bewahrt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Österreich nach dem 0:2 gegen Mitfavorit Tschechien vor dem Gang in die Abstiegsrunde.

Wien (03.05.2005, 22:49 Uhr) - Der anfangs ängstliche, dann aber couragierte Auftritt gegen den Ex-Weltmeister am Dienstag in Wien war zumindest eine Steigerung nach dem schwachen Start beim 1:2 gegen Kasachstan. Pavel Kubina (8.) und Petr Sykora (54.) stellten den zweiten tschechischen Erfolg nach dem 3:1 über die Schweiz und damit den Einzug in die Zwischenrunde sicher. Das DEB- Team ist am Donnerstag (20.15 Uhr/DSF) unter Zugzwang, nach dem 2:1 der Schweizer über Kasachstan geht es nun auch um die Tordifferenz.

«Wenn wir punkten, müssen wir nicht rechnen», sagte Bundestrainer Greg Poss vor der Partie gegen Tschechien und gab als Zwischenziel aus: «Wir wollen kein Gegentor in den ersten zehn Minuten und alles investieren, um gut in das Spiel reinzukommen.» Der Plan ging schief: Als Nico Pyka auf der Strafbank saß, traf Kubina per Schlagschuss nach Zuspiel von Superstar Jaromir Jagr.

Poss bot auf Grund der defensiveren Haltung vor Torhüter Robert Müller vier Verteidigungsreihen auf und brachte erstmals den Mannheimer Pyka und den Düsseldorfer Alexander Sulzer. Zudem tauschten die Mittelstürmer Jan Benda und Alexander Barta die Reihen. Die Maßnahmen fruchteten jedoch nicht, weil die läuferisch und technisch überlegenen Tschechen Scheibe und Gegner laufen ließen.

Nur im Abschluss zeigte der Favorit wie schon in den vergangenen Wochen Schwächen. Müller, der bei Kubinas Treffer nicht chancenlos wirkte, hielt unter anderem großartig bei einer Doppelchance für Josef Vasicek und Petr Prucha (10.). In der Offensive mit den Kölner Geburtstagskindern Eduard Lewandowski (25) und Sebastian Furchner (23) gelang dem auf Konter ausgerichteten Poss-Team kaum etwas. Im Gegenteil: Bei der ersten deutschen Überzahl verhinderte Müller, der wie abgesprochen Oliver Jonas ersetzte, gegen Martin Rucinsky das frühzeitige 0:2 (17.).

Mit zunehmender Spieldauer kam das deutsche Team nach zuletzt sieben Niederlagen besser in die Partie gegen die fast nur mit Nordamerika-Legionären besetzten Tschechen, denen das körperbetonte deutsche Spiel nicht behagte. Zudem musste Jagr nach einem Stockschlag von Stefan Schauer vom Eis (29.). Jagr brach sich den kleinen Finger, wie eine sofortige Untersuchung im Krankenhaus ergab.

Auch die Deutschen strahlten zu selten Torgefahr aus und vergaben eine 100-sekündige 5:3-Überzahl kläglich. Bei einem Schuss von Daniel Kreutzer an den Innenpfosten fehlten aber nur Zentimeter zum 1:1 (40.). Erst Sykora erlöste mit seinem Sololauf die Puck-Artisten aus Tschechien, die damit wie Titelverteidiger Kanada und die USA bereits eine Runde weiter sind. Die Kanadier fertigen Aufsteiger Slowenien in Innsbruck 8:0 (3:0, 2:0, 3:0), die US-Boys taten sich beim 3:1 (0:1, 1:0, 2:0) gegen Lettland wesentlich schwerer. (Von Robert Semmler, dpa)

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