Eishockey-WM : Deutsche Niederlagenserie geht weiter

Spiel vier, Pleite vier: Deutschland verliert bei der Eishockey-WM zum Auftakt der Abstiegsrunde auch gegen Außenseiter Dänemark.

Eishockey-WM - Deutschland - Dänemark
Den Überblick verloren. Deutschlands Torwart Dimitri Pätzold.Foto: dpa

Bern - Leere Halle, lahme Vorstellung, vierte Pleite: Der Sturzflug der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz geht weiter. Im ersten Spiel der Abstiegsrunde unterlag die DEB-Auswahl am Freitag in Bern Dänemark nach einer weiteren blamablen Vorstellung mit 1:3 (1:1, 0:0, 0:2).

Vor nur 4241 Zuschauern hatte NHL-Profi Christoph Schubert von den Ottawa Senators in der 14. Minute die dänische Führung durch Mikkel Bödker (11.) ausgeglichen. In der 50. Minute gelang Peter Regin mit einem sehenswerten Solo das 2:1, Nicklas Hardt traf zum 3:1 (54.).

„Ich weiß nicht, wieso wir nicht in der Lage sind, Tore zu schießen“, sagte Angreifer Daniel Kreutzer von der Düsseldorfer EG. Der Kölner Moritz Müller meinte: „Anschreien bringt jetzt gar nichts. Wir haben noch zwei Spiele und zweimal die Chance, uns zu beweisen.“ Dabei hatte sich Krupp vor der Partie optimistisch geäußert: „Die Stimmung im Team ist gut, wir haben uns die letzten zwei Tage gewissenhaft auf dieses Match vorbereitet. Wir müssen mit viel Energie auf das Eis gehen, um die Dänen unter Druck zu setzen und uns Tormöglichkeiten herauszuspielen“, sagte der Bundestrainer, der erstmals bei der WM André Rankel von Meister Eisbären Berlin anstelle des Krefelder Patrick Hager im Sturm aufbot.

Dennoch kamen die Dänen, die Deutschland in den beiden letzten Testspielen vor der WM am 16. und 18. April noch mit 3:0 und 7:2 besiegt hatte, im ersten Drittel vor allem im Überzahl-Spiel zu guten Chancen. Dimitri Pätzold im deutschen Tor knüpfte jedoch an seine bisher starken WM-Vorstellungen an und entschärfte zahlreiche Schlagschüsse. In der elften Minute allerdings war auch er machtlos.

Nachdem sich Frank Hördler und Andreas Renz an der gegnerischen blauen Linie gegenseitig behinderten, stürmten Morten Madsen und Bödker alleine auf Pätzold zu - und NHL-Profi Bödker von den Phoenix Coyotes vollendete zum 0:1. „Die Deutschen waren nicht hungrig genug und mental müde. Wir wollten den Sieg einfach mehr“, sagte Dänemarks Kapitän Jepser Damgaard.

Nach dem Rückstand spotteten die deutschen Fans Richtung Bundestrainer „Uwe, wir haben ein Bier für dich“ und spielten damit auf die kalte Dusche an, die Krupp nach dem 1:2 gegen Frankreich am Dienstag von einem deutschen Zuschauer verpasst bekam.  

Etwas überraschend traf Schubert kurz darauf zum Ausgleich. Seinen eher harmlosen Handgelenks-Schuss aus zehn Metern ließ Dänen-Torwart Patrick Galbraith passieren. Für Schubert war es der zweite Turniertreffer. Im Mitteldrittel war Deutschland in einer schwachen Partie überlegen, schnürte die Dänen phasenweise in deren Drittel ein und hatte zahlreiche Tor-Möglichkeiten. Michael Wolf, Jochen Hecht, Sven Felski und Hördler vergaben jedoch allesamt. Anders machte es Regin, der in der 50. Minute im eigenen Drittel mit dem Puck loslief, die deutschen Spieler wie Slalomstangen umkurvte und traf. Hardt erzielte per Power-Play-Tor den Endstand.  Nach dem Dilemma gegen Dänemark ist selbst der maximal noch mögliche 13. Platz in Gefahr.

Den Fans ist bereits jegliche Vorfreude auf die Heim-WM im kommenden Jahr in Gelsenkirchen, Köln und Mannheim vergangen. „B-WM auf Schalke“ war auf einem Plakat in der Halle zu lesen. (dpa)

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