Eishockey-WM : Deutschland verliert chancenlos gegen Finnland mit 0:4

Im dritten Spiel der Eishockey-Weltmeisterschaft in Weißrussland verliert die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal. Finnland erweist als gleich mehrere Nummern zu groß für das Team von Bundestrainer Pat Cortina.

Wieder einer drin. Jarkko Immonen (l.) trifft zum 2:0 für Finnland. Foto: dpa
Wieder einer drin. Jarkko Immonen (l.) trifft zum 2:0 für Finnland.Foto: dpa

Die junge deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat mit dem 0:4 gegen Finnland einen Rückschlag im Rennen um die Viertelfinal-Qualifikation bei der WM erlitten. Gegen den zuvor noch punktlosen Olympia-Dritten zeigte das von Bundestrainer Pat Cortina umgestellte Team am Dienstag in Minsk die bisher schlechteste Turnierleistung und ist wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Nach den beiden Auftaktsiegen gegen Kasachstan und Lettland kam die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) diesmal nur schwer in die Partie und war im Abschluss viel zu harmlos. Für den Favoriten nutzten Petri Kontiola (10. Minute), Jarkko Immonen (15.), Olli Palola (32.) und Leo Komarov (33.) dagegen kompromisslos die Chancen.

Gegen den zweifachen Weltmeister, der bei dieser WM nur mit zwei NHL-Profis angetreten ist, wartet Deutschland nun schon seit 21 Jahren auf einen WM-Sieg. „Man muss sehen, was die nächsten beiden Spiele bringen, dann kann man sehen, wo wir sind“, hatte Cortina vor dem ersten Härtetest bei der Weltmeisterschaft gesagt und wurde enttäuscht. Am Mittwoch gegen Vize-Weltmeister Schweiz (15.45 Uhr/Sport 1) muss sich das Cortina-Team erheblich steigern, um die Chance aufs Viertelfinale zu wahren.

Auch die Defensive war nicht wiederzuerkennen. Im Gegensatz zum 3:2 am Sonntag gegen Lettland stand der Berliner Rob Zepp wieder für Philipp Grubauer im Tor. Zudem hatte Cortina erstmals bei dieser WM den Mannheimer Verteidiger Denis Reul aufgeboten. Die Umstellungen bekamen dem deutschen Spiel überhaupt nicht. Die mit null Punkten aus zwei Spielen unter Druck geratenen Finnen begannen schwungvoll und sorgten immer wieder für Gefahr vor dem deutschen Tor.

Deutschland kam erst im zweiten Drittel besser ins Spiel

Beim Führungstor zeigte vor allem der Kölner Torsten Ankert ein schwaches Defensivverständnis und verweigerte den Körpereinsatz. Beim 0:2 fehlte die Koordination. Hinzu kam im ersten Drittel eine völlig ungefährliche Offensive ohne jegliche Torgefahr. 3:16 Torschütze bis zur ersten Pause machten dies deutlich. Die DEB-Auswahl hatte erst in der 21. Minute durch Mannheims Marcus Kink ihre erste Chance. Überhaupt war Deutschland im zweiten Drittel besser im Spiel und agierte nun offensiver und körperbetonter. In Überzahl verpasste es der Mannheimer Frank Mauer, ins leere Tor den Anschluss zu erzielen (27.).

Dieser Druckphase nahmen die Finnen mit einem Doppelschlag die ganze Wucht: Palola aus der heimischen finnischen Liga und Russland-Legionär Komarov mit einem durch Zepps Schoner gelegten Schuss sorgten binnen 30 Sekunden für die Entscheidung. Im Schlussdrittel spielten beide Teams nur noch mit halber Kraft. Deutschland schonte sich bereits für das wichtige Spiel am Mittwoch gegen den Erzrivalen Schweiz. Auch Finnland tat nicht mehr als nötig. Das Suomi-Team muss erst am Freitag gegen Gastgeber Weißrussland wieder spielen. (dpa)

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