Eishockey-WM-Historie : Auf den Spuren von Hans Zach

Wie 2001 könnte die Weltmeisterschaft im eigenen Land einen positiven Effekt aufs deutsche Eishockey haben. Eine Historie mit einer Hauptfigur: Hans Zach.

Claus Vetter
Wie aus dem Nichts. Nationaltrainer Zach bejubelt Daniel Kreutzers Treffer zum 3:1 gegen die Schweiz in der Vorrunde 2001.
Wie aus dem Nichts. Nationaltrainer Zach bejubelt Daniel Kreutzers Treffer zum 3:1 gegen die Schweiz in der Vorrunde 2001.Foto: dpa

DOPING

21 Sperren gegen deutsche Athleten

Aus 9000 Kontrollen im Training und knapp 5000 im Wettkampf sind 2009 insgesamt 41 Dopingverfahren entstanden. Das gab die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) bei ihrer Jahresbilanz in Berlin bekannt. Gesperrt wurden 21 Athleten. Die anfangs umstrittenen Meldebestimmungen für Athleten würden inzwischen gut befolgt. teu

SCHACH

Remis in der zehnten WM-Partie

In der zehnten WM-Partie in Sofia trennten sich der Bulgare Wesselin Topalow und Titelverteidiger Viswanathan Anand aus Indien am Freitag erneut remis. Damit steht es 5:5. Weil zum Sieg 6,5 Punkte nötig sind, wird der Kampf über die gesamte Distanz von 12 Partien gehen. dpa

FUSSBALL

Boateng im vorläufigen Kader

Kevin-Prince Boateng steht im vorläufigen WM-Kader von Deutschlands Gruppengegner Ghana. Damit könnte er auf seinen für Deutschland spielenden Bruder Jerome Boateng treffen.dpa

Kein Vertrag für Schulz und Dogan

Daniel Schulz und Hüzeyfe Dogan werden Zweitligist 1. FC Union Berlin verlassen. „Ihre Verträge werden nicht verlängert“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.Tsp

TENNIS

Petzschner im Halbfinale

Philipp Petzschner hat mit einem 1:6, 6:3, 6:4-Sieg über den Tschechen Tomas Berdych das Halbfinale in München erreicht. Philipp Kohlschreiber verlor gegen Marcos Baghdatis aus Zypern 3:6, 4:6. dpa

2:1. Das waren die Zahlen, die am Freitagabend in der Schalker Arena am erstaunlichsten waren. Die deutsche Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Eishockey-WM eine mittelschwere Sensation hingelegt. 2:1 (0:0, 1:0, 1:0) nach Verlängerung bezwangen die Deutschen den haushohen Favoriten aus den USA. Dank Felix Schütz’ Siegtor, Glück, Kampfgeist – und der Unterstützung der Zuschauer, die das deutsche Team quasi zum Sieg brüllten. Denn eine andere Zahl war am Freitagabend in Gelsenkirchen ebenso imposant. 77 803 Zuschauer sahen das Eröffnungsspiel der WM, so viele Menschen haben sich noch nie in der Geschichte des Sports um ein Eisoval versammelt. Der zunächst mit 76 000 Besuchern angepeilte Rekord wurde somit noch übertroffen, in der zur Eishalle umfunktionierten ausverkauften Fußballarena war es besonders auf der riesigen Stehplatztribüne an der Stirnseite unglaublich eng.

Horst Köhler, der das Turnier eröffnete, bekam ein neues Trikot der Nationalmannschaft überreicht, das vor allem von seiner Farbgestaltung überraschte. Das gelb- orange Trikot kombiniert mit den schwarzen Hosen erinnerte an einen Fußballklub, der auf Schalke nicht so beliebt ist.

Aber es spielte ja auf dem Eis nicht Borussia Dortmund, sondern die Eishockey- Nationalmannschaft. Und was das Team von Bundestrainer Uwe Krupp auf dem Eis so veranstaltete war schon im ersten Drittel sehr ordentlich. Die Deutschen spielten einfach und schnell – und schafften es so, das Geschehen gegen die Amerikaner offen zu gestalten. Mit ein wenig Glück wäre Deutschland sogar schon in Führung gegangen, doch Felix Schütz scheiterte aus Nahdistanz an US-Torwart Scott Clemmensen. Die Amerikaner hatten allerdings auch ein paar gute Möglichkeiten, die der Augsburger Dennis Endras im deutschen Tor souverän parierte.

War das Publikum im ersten Abschnitt noch eher zurückhaltend, so bekamen die Amerikaner dann im zweiten Drittel mächtig etwas zu hören. Das erste Tor im Rekordspiel schoss ein Iserlohner: Michael Wolf. Einen Schuss von Marcel Müller hatte Clemmensen nur schlecht abwehren können, Wolf schoss den Puck halbhoch ins Netz. Nach 26 Spielminuten passte also das Ergebnis zum Spektakel. Nach dem Tor von Wolf schlüpften auch die Zuschauer in ihre Rolle, nachdem sich zuvor doch oft die verschiedensten Fanlager auf den Rängen nicht so ganz einig zu sein schienen, was denn nun intoniert werden sollte.

Die Deutschen agierten nach ihrem Führungstreffer dann eher vorsichtig und defensiv gut geordnet, was es wiederum dem läuferisch überlegenen Gegner schwer machte. Mit ein wenig Glück und viel Einsatz retteten die Deutschen ihre knappe Führung in die zweite Drittelpause. Die Frage war nun vor dem letzten Abschnitt, ob die Nationalmannschaft die Kraft haben würde, weiterhin das hohe Spieltempo der Amerikaner mitzuhalten.

Tatsächlich erhöhten die USA die Geschwindigkeit in ihrem Spiel dann im Schlussabschnitt noch einmal erheblich und rannten auf das deutsche Tor an. Nach 48 Spielminuten wurde Ryan Carter mit seinem glücklichen Stochertor zum Spielverderber für die Zuschauer, die nun leiser wurden. Doch das deutsche Team rettete sich in die Verlängerung.

Dort wurden aus einem nun schon gewonnenen Punkt zwei. Felix Schütz, der ausgerechnet in den USA bei den Portland Pirates sein Geld verdient, schoss nach 21 Sekunden das Siegtor. Die Halle bebte, die Sensation war perfekt und die Chancen der Deutschen auf das Erreichen der Zwischenrunde sind nun gut. „Wir haben einen super Start hingelegt“, sagte Torschütze Felix Schütz. „Jetzt gilt es, so weiter zu machen.“ Weiter geht es bereits am Montag für die Deutschen: mit dem Spiel gegen Finnland in Köln.

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