Sport : Eishockey-WM: Hoffen auf die NHL-Profis

Nach dem ersten WM-Härtetest seiner jungen Wilden richtet Eishockey-Bundestrainer Hans Zach den Blick nach Übersee. "Einer unserer NHL-Profis würde uns bei der Weltmeisterschaft schon sehr helfen", sagte der Cheftrainer des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach dem Deutschland-Cup in Hannover.

So flog bereits DEB-Sportdirektor Franz Reindl nach Nordamerika, um mit Olaf Kölzig (Washington Capitals), Marco Sturm (San Jose Sharks), Jochen Hecht (St. Louis Blues) und Sascha Goc (New Jersey Devils) über ein WM-Engagement zu sprechen. "Alle haben mir ihre Zusage gegeben. Wenn sie in den NHL-Play-Offs ausgeschieden sind, kommen sie gerne zu WM nach Deutschland", berichtete Reindl, der auch bereits mit den Klubs in der nordamerikanischen Profiliga über eine Abstellung verhandelte.

Reindl und Zach verfolgen nun die NHL-Saison mit besonderem Blick auf die Tabelle. Denn bei der "Operation Klassenerhalt" bei der A-WM in Hannover, Köln und Nürnberg (28. April bis 13. Mai 2001) kann der DEB nur die Nordamerika-Legionäre einsetzen, die entweder die Play-Offs verpassen oder in der ersten Runde ausscheiden. Nach Vorbild der Kanadier oder US-Amerikaner einen oder mehrere Plätze im Aufgebot für Spieler freihalten, die möglicherweise nach Runde zwei einfliegen, will Zach nicht: "Wenn wir dann die ersten Spiele verlieren, bin ich der Idiot."

Hans Zach hofft vor allem auf einen WM-Einsatz von Torhüter Kölzig: "Denn auf dieser Position haben wir zurzeit die größten Probleme." Einzig Marc Seliger (Nürnberger Ice Tigers) darf in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) halbwegs regelmäßig zwischen den Pfosten stehen. Der 20-jährige Robert Müller sitzt bei den Adler Mannheim ebenso meist auf der Bank wie der 22-jährige Leonardo Conti bei den Frankfurt Lions. Bei Kölzig stehen die Chancen für einen WM-Einsatz derzeit am besten. Mit den Washington Capitals leistete er sich einen Fehlstart, belegt nach 17 Spielen nur den 13. Platz in der Eastern Conference - die ersten Acht qualifizieren sich für die Play-Offs.

Anders sieht es bei Sturm und Hecht aus. Der frühere Landshuter Sturm, 22 Jahre alt, hat mit sechs Toren in den ersten 15 Spielen den besten Saisonstart seiner vierjährigen NHL-Karriere hingelegt und maßgeblichen Anteil daran, dass die San Jose Sharks vor kurzem ihren Vereinsrekord mit neun Spielen in Folge ohne Niederlage einstellten. Als Fünfte der Western Conference steuern die Nordkalifornier ebenso auf Play-Off-Kurs wie Hechts St. Louis Blues als Tabellenzweite. Der ehemalige Mannheimer Hecht erwischte mit vier Toren und fünf Assists einen starken Saisonstart.

Erst ganz am Anfang seiner Karriere steht Goc. Der gebürtige Schwenninger absolvierte in dieser Saison seine ersten acht NHL-Spiele bei den New Jersey Devils.

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