Sport : Eishockey-WM: Unverhoffte Chance

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Als in der Zentrale des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor ein paar Wochen die ersten Nachrichten aus den Vorverkaufsstellen eingegangen waren, hatten die Herren des schnellen Spiels noch an einen Irrtum geglaubt. 400 000 verkaufte Tickets, die Weltmeisterschaft die am besten in der Geschichte dieses Turniers, und das auch noch in Deutschland - das kann nicht wahr sein. Als in der vergangenen Woche die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, von der es vor dem Turnier allenfalls hieß, wie ehrenvoll sie den Abstieg aus der Weltelite gestalten könne, erst die Schweiz bezwang und dann den Weltmeister aus Tschechien lange Zeit beherrschte und ihm am Ende gnädig ein Unentschieden gewährte, da wurde auch dieser glückliche sportliche Umstand ungläubig aufgenommen. Und doch ist es wahr. Seit die weltbesten Eishockeyspieler in Köln, Hannover und Nürnberg spielen, erlebt Eishockey hierzulande eine wundersame Renaissance. Jahrelang war es in Deutschland nur auf regionales Interesse gestoßen und mehr wegen der juristischen Plänkeleien seiner Funktionäre in die Schlagzeilen geraten als durch sportliche Großtaten. Und die Nationalmannschaft war ohnehin nicht mehr ernst zu nehmen. Und nun die überraschende Wende. Jetzt steht das Team plötzlich vor dem Viertelfinale, die Hallen sind prall gefüllt, und die Pay-TV-Decoder des die WM übertragenden Senders Premiere World werden nicht mehr allein bei der Fußball-Bundesliga oder der Champions League angeschaltet. Eine riesige Chance tut sich plötzlich auf, Eishockey in Deutschland wieder als überregionale Publikumssportart zu etablieren. Wird sie genutzt?

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