Sport : Eishockey: Zwei Angebote für die Berlin Capitals

Claus Vetter

Lorenz Funk sucht Geld, viel Geld, es darf schon ein zweistelliges Millionensümmchen sein. Der Mann ist Sportdirektor der Berlin Capitals, die auch in der nächsten Saison gern in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) spielen würden. Nun drücken den Klub aber um die 20 Millionen Mark Schulden, weswegen die DEL mit Lizenzverweigerung droht und Funk sich mitunter wie im Kino fühlt. "Wie viele Tage haben wir noch?", hat er gestern gefragt. "Elf oder zehn?" Am Mittwoch waren es elf, heute sind es nur noch zehn. Langsam aber sicher läuft es ab, das zweiwöchige Ultimatum, das die DEL den Berlinern zur Neuordnung der Finanzen gestellt hat. Jetzt gibt es auf einmal Hoffnung. Seit gestern stehen die Capitals mit zwei potenten Unternehmen in Kontakt, die an einem Einstieg interessiert sind.

Am Mittwochmorgen klingelte bei Funk das Telefon. "Da hat mich ein großes Unternehmen angerufen, die Leute haben Interesse, die Capitals zu kaufen. Ich habe denen gesagt, dass es pressiert." Bereits heute wollen sich beide Seiten zu Verhandlungen zusammensetzen. Erfolgsaussichten? "Wir haben jetzt seit drei oder vier Monaten mit verschiedenen Leuten geredet, und es ist nichts dabei passiert", sagt Funk. "Ich bin gespannt, was jetzt dabei herauskommt."

Klingt nicht unbedingt optimistisch. Da kommt die zweite Rettungsvariante schon etwas fröhlicher daher. Jungunternehmer Andreas Fettchenhauer, Chef der "Fettchenhauer Controlling und Logistik GmbH" und Intimus von Capitals-Hauptgesellschafter Egon Banghard, hat ebenfalls ein Unternehmen an der Hand, das Interesse an den Capitals bekundet. "Es handelt sich dabei um eine international agierende Gruppe aus dem Ausland, die aus der Baubranche kommt", sagt Fettchenhauer, "die ist sehr solvent und würde mit einem Betrag bei den Capitals einsteigen, der an eine zweistellige Millionenhöhe grenzt. Die Chancen eines Einstiegs liegen bei 40 Prozent."

Zusammen mit Egon Banghard sollen die Verhandlungen bis zum Wochenende abgeschlossen sein. Kommt der Deal zustande, würde er sich künftig dann ebenfalls stark bei den Capitals engagieren, sagt Fettchenhauer. Das Modell, das Lorenz Funk am Telefon unterbreitet wurde, lehnt er im Übrigen ab. "Egon Banghard will den Capitals treu bleiben. Ein Komplettverkauf des Klubs steht nicht zur Debatte."

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