Eiskunstlauf : Dritter WM-Titel für Savchenko/Szolkowy

Die Paarlauf-Favoriten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben sich den Weltmeister-Titel zurückgeholt. Ohne Wackler in der Kür liefen sie zum dritten WM-Triumph in ihrer Karriere.

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy freuen sich über eine gelungene Kür und den WM-Titel.
Aljona Savchenko und Robin Szolkowy freuen sich über eine gelungene Kür und den WM-Titel.Foto: AFP

Mit der Ausnahme-Kür zur Musik aus dem "Rosaroten Panther" sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zum dritten Weltmeister-Titel gelaufen und haben den Weltrekord auf sagenhafte 217,85 Punkte geschraubt. Den legendären Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler gelang der WM-Coup 1963/64 nur zweimal. Zuletzt hatten Maxi Herber und Ernst Baier vor 73 Jahren dreimal für Deutschland im Paarlauf gesiegt. "Ich habe immer gesagt, wenn sie fehlerfrei bleiben, sind sie vorn", sagte Trainer Ingo Steuer nach der verlängerten Saison, in der im Gegensatz zum verpatzten Olympia-Winter alles gelang.

Die Chemnitzer gewannen alle sechs Saisonwettkämpfe und sicherten sich am Donnerstag in Moskau ein Preisgeld von 67.500 US-Dollar (45.532 Euro). Die viermaligen Europameister holten sich den Titel von den Chinesen Pang Qing/Tong Jian (Bronze/204,12) zurück und übertrumpften die zurückgetretenen Olympiasieger Shen Xue/Zhao Hongbo, die seit Vancouver 2010 mit 216,57 die Bestmarke hielten. Silber ging an die Russen Tatjana Wolososchar/Maxim Trankow (210,73).

Trainer Ingo Steuer machte an der Bande ein angespanntes Gesicht, zitterte bei jedem einzelnen Element mit und freute sich anschließend unbändig. "Das war ein harter Kampf", sagte der Ex-Weltmeister nach der fetzigen Kür, die von den 12.000 Zuschauern in der Megasport-Arena mit rhythmischem Klatschen begleitet wurde.

Maylin Hausch und Daniel Wende (Oberstdorf/Essen) beendeten den Wettbewerb enttäuscht nach mehreren Patzern auf Rang zwölf. "Eigentlich lief die Saison super, aber in der warmen Halle hatte ich Konditionsprobleme", sagte die Sportsoldatin.

Zuvor war der deutsche Meister Peter Liebers mit einer respektablen Sherlock-Holmes-Kür 15. geworden. Nach einem makellosen Vortrag bekam er exzellente 205,59 Punkte und fiel seiner Trainerin Viola Striegler um den Hals. "Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt, meine ganzen Verletzungen der letzten fünf Jahre habe ich nun hoffentlich hinter mir", sagte der deutsche Meister, der mit Choreographie-Nachhilfe in Toronto weit vorangekommen ist.

Im Juni wird Liebers wieder nach Kanada aufbrechen, um die neuen Programme vorzubereiten. "Was Schöneres gibt es nicht, als wenn man die letzte Kür der Saison fehlerfrei läuft", sagte Trainerin Viola Striegler. Nun muss er sich bei der WM 2012 in Nizza nicht mehr durch die Qualifikation quälen.

Der überragende Kanadier Patrick Chan gewann Gold und stellte mit 280,98 Punkten einen Weltrekord auf. Der 20-Jährige zeigte zum Musiktitel Phantasia von Andrew Lloyd Webber sein großes Interpretationstalent. Mit einer guten Kombination aus vierfach- und dreifach-Toeloop ging er ins Programm, danach spulte der Sieger des Grand-Prix-Finales bis auf einen verwackelten dreifachen Axel seine Sprünge nacheinander ab.

"Ich bin so glücklich, dass es so gut lief", sagte Chan, den der Rekord besonders stolz machte. Silber gewann der Japaner Takahiko Kozuka (258,41) vor dem Russen Artur Gaschinski (241,86). Der bisherige Rekordhalter (264,41) und Titelverteidiger Daisuke Takahashi blieb nach dem Lösen einer Kufe ohne Medaille. (dpa)

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