Eiskunstlauf : Gold verloren, Bronze gewonnen

Der Olympiasieg war das große Ziel der Paarläufer Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy. Es reichte aber letztlich "nur" zu Platz drei, weil die Chemnitzer in der Kür patzten.

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Vancouver 2010 - Eiskunstlauf
Gold im Kopf, Bronze um den Hals. Die Chemnitzer Paarläufer Aljona Sawchenko und Robin Szolkowy. -Foto: dpa

Während der Flower Ceremony im Pacific Coliseum fließen ihr Tränen über das Gesicht. Aljona Sawtschenko kann ihre Enttäuschung über die verpasste Goldmedaille nicht verbergen. Mit ihrem Partner Robin Szolkowy war sie zuvor eine gute, aber keine fehlerfreie Kür gelaufen. "Ich bin trotzdem glücklich, dass wir die Medaille haben. Wenn aber Elemente nicht klappen, ist die Enttäuschung natürlich da", sagte Sawtschenko später in der ARD. Die von Ingo Steuer trainierten zweiffachen Weltmeister aus Chemnitz mussten sich so mit Bronze begnügen. Es war die erste deutsche Paarlaufmedaille seit Nagano 1998. Damals hatte Steuer zusammen mit Mandy Wötzel ebenfalls den dritten Platz belegt.

Ausdrucksstark wie gewohnt, aber mit Unsicherheiten bei den Sprüngen - so präsentierte sich das Duo auf dem Eis. Den zweifachen Dreifach-Toelopp zu Beginn zeigt Aljona Sawtschenko im zweiten Sprung nur doppelt. Gravierender ist dann der Sturz, der Robin Szolkowy kurz darauf beim Doppelaxel unterläuft. Und weil auch die anschließenden Pirouetten nicht synchron vorgetragen werden, rückt der Olympiasieg schon frühzeitig in weite Ferne. "Ich wollte einfach zu viel. Aber bei Olympia hat man nur eine Chance und ich habe noch versucht zu kämpfen", analysierte Szolkowy anschließend seine Leistung. Tatsächlich fangen sich die Beiden im weiteren Verlauf der Kür: Wurf-Lutz und Wurf-Salchow funktionieren perfekt und künstlerisch sind Sawtschenko/Szolkowy auch diesmal wieder eine Klasse für sich.

Unmittelbar nach ihrem Lauf ist dem Paar aber bereits klar, dass es zu Gold nicht reichen wird. Mit beinahe versteinerten Gesichtern nehmen sie die Wertungen zur Kenntnis. Zwar gehen die als drittletzte gestarteten Chemnitzer zunächst in Führung, doch die beiden folgenden chinesischen Paare sind an diesem Abend den entscheidenden Tick besser.

Jubeln dürfen vor 14.200 Zuschauern Shen Xue und Zhao Hongbo, die das erste Gold im Paarlauf überhaupt für ihr Land gewinnen und damit auch die seit 1964 andauernde russische Dominanz in dieser Eiskunstlauf-Disziplin durchbrechen. Das zweite chinesische Duo Pang Qing und Tong Jian zeigt zwar die beste Kür der Konkurrenz, kann den Rückstand aus dem Kurzprogramm aber nicht mehr ganz wettmachen. Im Gegensatz zu Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy winken die Silbergewinner dem Publikum bei der Siegerehrung im Pacific Coliseum aber mit strahlenden Gesichtern zu.

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