Sport : Eiskunstlauf: Mit wackligen Sprüngen zurück in die Glitzerwelt

Die Stuttgarterin Susanne Stadlmüller hat ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften verteidigt und wird die Deutsche Eislauf-Union (DEU) bei den Europa- und Weltmeisterschaften vertreten. Die 16-Jährige behauptete sich am Sonnabend bei einem wahren Sturzfestival mit der noch besten Kür vor der Berlinerin Caroline Gülke, die nach der Kurzkür in Führung lag. Nach einjähriger Abwesenheit wegen einer Bulimie-Erkrankung meldete sich die zweimalige Deutsche Meisterin Eva-Maria Fitze (München) mit einem fünften Platz zurück. Nach dem Ende ihrer Kür flossen bei der ehemaligen Titelträgerin Freudentränen, anschließend fiel sie ihrer Trainerin Steffi Ruttkies glücklich in die Arme. "Diese Kür war für meine sportliche Zukunft sehr wichtig. Ich habe gezeigt, dass ich es noch kann, und ich bin glücklich, wieder auf dem Eis stehen zu dürfen", sagte Fitze. Sie musste therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, um von ihrer Sucht loszukommen.

Kaum eine Läuferin kam fehlerfrei durch die vier Minuten der Kür: Am meisten zitterten die 1600 Zuschauer im Bundesleistungszentrum mit Eva-Maria Fitze, die allerdings kaum einen Sprung stand. Die 18-Jährige zeigte in einem schwarzen mit rot-silbernen Pailletten bestickten Kleidchen eine einfühlsame Kür. Rang fünf sicherte sich die Meisterin von 1997 und 1999 aber nur anhand der guten B-Noten. Mit den Topläuferinnen konnte sie sich in diesem Jahr nicht messen, auch wenn ihre Leistung von den Zuschauern mit rauschendem Applaus honoriert wurde. Mehr gefeiert wurde keine Läuferin.

Stadtmüller wird somit in zwei Wochen bei der EM in Bratislava erstmals international dabei sein. Im vergangenen Jahr nahm noch Vizemeisterin Zoya Douchine den Platz bei EM und WM für die damals zu junge Stuttgarterin ein. In Oberstdorf wurde die Münchnerin nur Dritte. Die am Fuße des Nebelhorns trainierende Stadlmüller wird sich auf europäischer Bühne aber warm anziehen müssen. Zur Musik der Blues Brothers glänzte sie im Ausdruck, ihre Sprünge waren aber fast alle wacklig. Bis auf den Rittberger konnte sie kein Element fehlerfrei anbieten. "Der Druck, der heute auf mir lastete, war einfach zu groß, deswegen war ich so schlecht. Aber als Deutsche Meisterin hat man wohl einen Bonus bei den Preisrichtern", meinte Susanne Stadlmüller.

In Abwesenheit der Favoriten holte das sächsische Nachwuchspaar Claudia Rauschenbach/Robin Szolkowy (Chemnitz/Erfurt) den Meistertitel im Paarlaufen. Zweiter und auch Letzter wurden Brigitte Maier/Rastislav Grejtak (Waldau). Der Grund für den trostlosen Wettbewerb: Der mehrmalige Meister Mirko Müller (Berlin) will in diesem Jahr mit seiner neuen Partnerin Sarah Jentgens noch nicht starten, und die Vorjahreszweiten Mariana Kautz/Norman Jeschke (Berlin) schonen sich nach einer Verletzung für die EM vom 22. bis 27. Januar. Neben den qualifizierten Rauschenbach/Szolkowy wird wahrscheinlich kein drittes Paar bei der EM an den Start gehen.

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