Sport : Eiskunstlauf: Von Neun auf Neun

Anna Schindler

Letztlich haben sie sich noch wacker geschlagen. Nach einem völlig verpatzten Kurzprogramm, bei dem sie auf Platz zwölf gelandet waren, erwartete niemand mehr viel von Mariana Kautz und Norman Jeschke, als sie am Mittwochabend auf das Eis im Ondrej-Nepela-Stadion in Bratislava glitten. Europameisterschaften im Eiskunstlauf - eigentlich hatten die Berliner damit gute Erfahrungen gemacht. Im vorigen Jahr in Wien liefen sie im Schatten ihrer Trainingskameraden Mirko Müller und Peggy Schwarz beherzt auf Platz neun. Da hätte doch in diesem Jahr eine Steigerung möglich sein müssen. Doch heraus kam auch diesmal wieder - der neunte Platz.

Für Trainer Knut Schubert nicht unbedingt eine Überraschung. Seit der Sprunggelenksverletzung von Mariana Kautz beim Grand-Prix-Wettbewerb Skate America im Oktober hatte er mit seinen Zöglingen nicht mehr so trainieren können, "wie es sich gehört, wenn man vorne mitlaufen will". Jeschke (21) ist inzwischen Bundeswehrsoldat, hätte genügend Zeit zum Trainieren, seine 20 Jahre alte Partnerin dagegen macht nebenher das Abitur - ein weiteres Handicap bei der Vorbereitung. Besonders dann, wenn man gegen die zweifachen Weltmeister Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse (Russland) oder die zweifachen Europameister und amtierenden Weltmeister Maria Petrowa/Alexei Tichonow anzutreten hat.

Jeschke stürzte beim dreifachen Toe-Loop, rutschte bei einer Hebefigur am Kostüm seiner Partnerin ab, aber der Rest des Programms lief gut. Neunte wurden sie aber auch deshalb, weil zwei Paare auf die Kür verletzungsbedingt verzichteten. Doch die Berliner bewiesen, dass sie ihren Laufstil weiter verbessert haben. Was fehlt, ist die Fitness. "Ich habe nach der Hälfte gemerkt, dass der Akku leer ist", gab Jeschke zu.

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