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Eiskunstlauf-WM : Sawtschenko/Szolkowy verpassen Titel

Die Chemnitzer Paarläufer Sawtschenko/Szolkowy müssen sich mit Silber bei der Eiskunstlauf-WM begnügen. Die Russen Tatjana Wolososchar/Maxim Trankow triumphierten mit Weltrekord in Kanada.

Roland Zorn
Foto: dpa

Der große Sprung nach vorn kam ganz zum Schluss. Er reichte aber nicht mehr aus, am Freitagnachmittag (Ortszeit) den Titel verteidigen zu können. Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy mussten nach einer Saison, in der die gebürtige Ukrainerin lange von einer Erkältungskrankheit geplagt wurde, die Krone des Paarlaufs bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft den russischen Europameistern Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow überlassen. Die ließen sich auch nicht durch den Dreifachwurfaxel der beiden Chemnitzer schocken, den Sawtschenko/Szolkowy in den Schlusssekunden überraschenderweise riskiert und heil überstanden hatten. Am Ende reichte es dank der knapp acht Punkte für das schwerste Wurfelement des Paarlaufs mit einem Punkt Vorsprung zu Platz zwei. Das aber gefiel dem Publikum nicht, das mit den Herzen bei den drittplatzierten Kanadischen Meistern Duhamel/Radford war.

Wenn jedoch der Traum des Paars von Trainer Ingo Steuer in Erfüllung gehen soll, eine glanzvolle Laufbahn in Sotschi 2014 mit olympischem Gold abzurunden, muss in der kommenden Saison einiges passieren. In London setzten die russischen Goldmedaillenfavoriten ein deutliches Zeichen, indem sie mit rund zwanzig Punkten Vorsprung vor dem besten Paar der vergangenen zehn Jahre ins Ziel kamen. Die sächsische Troika blickt optimistisch auf das Karrierehighlight zum Abschied von der Wettkampfszene, obwohl sie bei Olympischen Spielen bisher eher enttäuschte. 2006 in Turin belegte das Paar nur Platz sechs, 2010 in Vancouver musste es sich mit dem Trostpreis in Bronze bescheiden.

Die WM im kanadischen London aber nahm ein positives Ende. Die Höchstschwierigkeit nach einer nervenaufreibenden und kräftezehrenden Viereinhalbminutenkür zu wagen, ist auch ein Ausrufezeichen im Hinblick auf Olympia. „Diese Medaille können sie sich einrahmen lassen“, sagte Steuer, nachdem Aljona Sawtschenko der Dreifachaxel geglückt war, „das war sensationell, das geht in die Geschichte ein.“ Zuvor hatten seine Läufer in den Einzelsprüngen Dreifachtoeloop und Dreifachsalchow mehrmals gepatzt.

Realistisch betrachtet, wird ihnen auch der dritte Anlauf zu Olympiagold sehr schwer fallen: Die Spiele sind in Russland, Wolososchar/Trankow zeigten am Freitagabend in London ihre bisher beste Leistung, und vielleicht wollen ja auch sie das Kunststück Dreifachaxel im kommenden Jahr zum Bestandteil ihrer Eisshow machen. Die beiden Russen wissen aber, dass sie 2014 gejagt werden: von den Weltmeistern von gestern, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben, aus einem Traum goldglänzende Wirklichkeit machen zu können.

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