Eiskunstlaufen : Peter Liebers: Nebenrolle in Stockholm

Bei der EM hoffen die deutschen Eiskunstläufer lediglich auf einstellige Plätze – auch Peter Liebers, der nach dem Auftakt auf einem guten fünften Platz liegt.

Claus Vetter
Peter Liebers kann nach einem Schulterbruch und wochenlanger Pause froh sein, dass er in Stockholm bei der EM dabei ist.
Peter Liebers kann nach einem Schulterbruch und wochenlanger Pause froh sein, dass er in Stockholm bei der EM dabei ist.Foto: afp

Seinen gefühlt größten internationalen Auftritt hatte Peter Liebers im Februar in der Adler-Arena von Sotschi. Da leistete der Berliner bei seinem olympischen Einsatz Beachtenswertes. Auf Rang fünf lag er nach dem Kurzprogramm. In der Kür riskierte er dann aber zu viel. Schon früh lag er auf dem Eis nach einem missglückten vierfachen Toeloop, wenig später funktionierte der Axel auch nicht, und deshalb reichte es für Liebers nur zu Platz neun am zweiten Tag der Einzelkonkurrenz. In der Summe ergab das Platz acht für den Berliner.

Ein achter Rang bei Olympia, das ist aller Ehren, war aber in der Wahrnehmung breiter Teile der deutschen Öffentlichkeit wenig wert. In Sotschi interessierte die vor allem das Scheitern von Aljona Savtschenko und Robin Szolkowy – auf hohem Niveau. Die Bronzemedaille des Paares, das es nicht mehr gibt, wird wohl noch für einige Zeit im deutschen Eiskunstlauf alles überstrahlen: Bei der am Mittwoch beginnenden Europameisterschaft in Stockholm ist nicht damit zu rechen, dass überhaupt ein deutscher Läufer oder ein deutsches Paar in die Nähe der Siegerzeremonien kommt. Das gilt auch für Peter Liebers, der für die EM zu Saisonbeginn viel vorhatte, aber nach einem Schulterbruch und wochenlanger Pause kann er nun froh sein, dass er überhaupt dabei sein darf.

Knapp zwei Wochen vor der Eiskunstlauf-EM hatte Liebers aus Berlin bei einem Wettkampf in Torun Platz drei belegt. Wegen seiner Verletzungspause war es sein erster kompletter Wettbewerb seit der Weltmeisterschaft im März vergangenen Jahres. Diesmal gingen noch beide dreifachen Axel daneben. Daher konnten ihn die beiden Franzosen Romain Ponsart und Chafik Besseghier noch überholen.

„Es lief zwar noch nicht alles optimal, aber dennoch bin ich zufrieden, dass ich gut in die Saison starten konnte“, schrieb Liebers auf dem sozialen Netzwerk Facebook. Die nächsten zwei Wochen bis zur EM in Stockholm werde er noch einmal alles geben. Trainerin Viola Striegler sagte nun vor Stockholm: „Nach so viel Trainingsausfall wäre eine Top-fünf-Platzierung übertrieben. Alles in den Top Ten wäre gut.“ Und der Auftakt gelang Peter Liebers in Stockholm recht ordentlich: Der Berliner ist mit einer guten Vorstellung im Kurzprogramm in die EM gestartet. Der Vorjahres-Sechste zeigte am Mittwoch im Globen einen dreifachen Axel und eine gute Kombination aus Dreifach-Flip und Dreifach-Toeloop und ist vorerst Fünfter. (mit dpa)

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