Sport : Eisschnellauf: Galerie der Weltmeisterinnen

Ernst Podeswa

Auch wenn sich die Sonne gestern noch einmal mit ihrer wärmenden Kraft zeigte - im Sport rücken zunehmend die Wintersportarten in den Blickpunkt. Das wird am Wochenende auch im Sportforum deutlich. Da steigen die Eisschnellläufer mit ihren Einzelmeisterschaften zügig in die Stahlschienen. Am Freitag (Beginn 17 Uhr) werden in der überdachten Halle (Innentemperatur 12 bis 13 Grad) bei den Damen die 500 m (1. Lauf) und die 3000 m, bei den Herrren die 500 m (1.Lauf) sowie die 5000 m absolviert. Am Sonnabend (13 Uhr) stehen bei den Damen die 500 m (2. Lauf) und die 1500 m auf dem Programm, bei den Herren die 500 m (2. Lauf) und die 1500 m. Und am Sonnabend werden abschließend die Titelträger ab 10 Uhr über 1000 m und 5000 m (jeweils Damen) ermittelt sowie über 1000 m und die 10 000 m (jeweils Herren).

Bei freiem Eintritt haben die Besucher jeweils über etwa zweieinhalb Stunden die Gelegenheit, eine Galerie von Weltmeisterinnen, Olympiasiegerinnen und Weltcupsiegern in Aktion zu erleben. Eine Woche später stellen sich die besten deutschen Eisflitzer an gleicher Stelle beim Weltcup der Allrounder dem Vergleich mit der Weltelite.

Worum es einen Winter vor der olympischen Saison mit dem Höhepunkt Salt Lake City 2002 geht, das machte Bundestrainer Joachim Franke (Berlin) deutlich: "Für unsere Topathleten sind die Meisterschaften eine willkommene Möglichkeit, ihren Leistungsstand und ihre nationale Position zu bestimmen. Sie sind ja für die folgenden Weltcuprennen auf Grund der Vorjahresleistungen gesetzt. Und die Anschlusskader können sich mit entsprechenden Zeiten dafür qualifizieren." Über die Saison gesehen, sei das Ziel der besten deutschen Läuferinnen, ihre ausgezeichnete Ausgangsbasis international zu behaupten, während die Herren das im Vorjahr verbesserte Ranking behaupten oder ausbauen wollten.

Beim Berliner Duo Claudia Pechstein und Monique Garbrecht-Enfeldt (beide EHC) gibt es gegenüber dem Vorwinter kaum etwas zu steigern: Die Ausnahmesprinterin Garbrecht-Enfeldt, die im Sommer mit schwedischen Spitzenläufer Magnus Enfeldt auf dem Mälaren-See getraut wurde, wurde zum dritten Male Weltmeisterin im Mehrkampf, Einzel-Weltmeisterin über 500 m/1000 m sowie Weltcupgesamtsiegerin. Die Allrounderin Pechstein erfüllte sich endlich den Traum von der WM-Mehrkampf-Krone und setzte zwei i-Tüpfelchen mit den Einzelstrecken-Titeln über 1500 m und 3000 m. Auf ihren Spezialstrecken haben sie sich vor allem mit Sabine Völker (Erfurt/Sprint) sowie der Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt) und der aufstrebenden Mehrkampf-Europameisterin Anni Friesinger (Inzell) auseinander zu setzen.

Bei den Männern wird der Berliner Michael Künzel, der im Vorwinter erstmals ein Weltcuprennen gewinnen konnte, seine Siege über 500/1000 m wiederholen wollen. Sein EHC-Klubkollege Alexander Baumgärtel hat es über 5 km und 10 km vor allem mit dem WM-Dritten über 10 000 m, Frank Dittrich (Chemnitz), zu tun. Aussichtsreichster Anwärter auf den Erfolg über 1500 m ist der Grefrather Christian Breuer.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte dem Auftritt der besten Allrounderin aller Zeiten gelten. Die 33-jährige Gunda Niemann-Stirnemann hatte sich nach Verletzungsausfällen in der Saison 1999/2000 mit lediglich einem Titel (WM-Einzel 5000 m) begnügen müssen. Das werteten manche als Beginn einer Wachablösung durch Pechstein/Friesinger. Damit unzufrieden, löste sich die Topverdienerin der Szene nach einigem Wirbel von ihrem langjährigen Trainer Stephan Gneupel und wechselte in die starker Männergruppe des Chemnitzers Klaus Ebert. "Das könnte sich als ein guter Schachzug auch im Hinblick für Olympia 2002 erweisen", meinte Bundestrainer Franke.

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