Sport : Eisschnelllauf: Den 100. Sieg im Weltcup vermasselt

Claudia Pechstein hat Gunda Niemann-Stirnemann düpiert und ihr den sicher geglaubten 100. Erfolg im Eisschnelllauf-Weltcup um die Winzigkeit von 9/100 Sekunden verdorben. Die Berlinerin siegte in Heerenveen über 3000 m in Bahnrekordzeit von 4:03,87 Minuten und durchbrach die bisherige Erfolgsserie der Thüringerin auf den langen Strecke. Eine Woche vor den Mehrkampf-Weltmeisterschaften in Budapest ist Titelverteidigerin Pechstein nach schwächerem Saisonstart wieder voll im Geschäft, nachdem sie tags zuvor überraschend auch die 1500 m für sich entschieden hatte.

"Das tut mir herzlich leid, dass ich Gunda den 100. Sieg vermasselt habe", sagte die 28-jährige Berlinerin mit einem Schmunzeln. "Ich hatte Mitte des Rennens einen kleinen Hänger, aber dann lief es wieder super", sagte die Weltmeisterin, nachdem sie unter dem Jubel von über 10 000 Fans die Fäuste in die Luft gestoßen hatte und glücklich ihrem Coach Joachim Franke in die Arme sank. Für Pechstein waren es die Weltcup-Erfolge zehn und elf.

Gunda Niemann-Stirnemann hatte zuvor in 4:03,96 Minuten ihren eigenen Bahnrekord um fast eine Sekunde gedrückt, doch Claudia Pechstein entriss ihr Minuten später den fast sicher geglaubten Jubiläumstriumph. Im Gesamt-Weltcup führt Niemann-Stirnemann aber weiter deutlich vor der Berlinerin. "Ich bin schon ein wenig traurig, aber Claudia war heute die Bessere", sagte die Erfurterin. Anni Friesinger (Inzell), die mit Platz zwei über 1500 m ein gutes Comeback nach ihrer Sturzverletzung gefeiert hatte, klagte über Grippe und Husten und entschied sich zum Verzicht auf Starts über 1000 m und 3000 m.

Gewinnerin unter den Sprinterinnen war die kanadische Olympiasiegerin Catriona LeMay-Doan, die am Sonnabend nicht nur auf der 500-m-Distanz, sondern erstmals in diesem Winter auch über 1000 m triumphierte. Am Sonntag aber untermauerte Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt mit ihrem 20. Weltcuperfolg in 1:16,38 über 1000 m ihre Gesamt- Führung. Über 500 m ist LeMay-Doan (770 Punkte) von Cup-Verteidigerin Garbrecht (590) kaum noch von der Spitze zu verdrängen.

Ein gutes Comeback nach ihrer Sturzverletzung Anfang Januar feierte die Erfurterin Sabine Völker, die auf den ersten 1000 m mit Rang zwei vor Garbrecht glänzte und tags darauf Vierte wurde. "Es ist super gelaufen. Zwar hatte ich in den Kurven noch ein wenig Angst, aber für die WM bin ich nun optimistisch."

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