Eisschnelllauf : Fünfter Weltcup-Triumph für Friesinger

Nach den bitteren Erfahrungen von Turin darf sich Anni Friesinger mit dem Gewinn ihres fünften Gesamt-Weltcups und 14.000 Dollar Preisgeld trösten.

Heerenveen - Die 29-jährige Inzellerin gewann am Samstag beim Weltcup-Finale in Heerenveen erstmals den Cup auf der 1000-Meter-Distanz. Dazu genügte ihr ein zweiter Rang in 1:15,75 Minuten hinter 3000-Meter-Olympiasiegerin Ireen Wüst (Niederlande), die in 1:15,46 einen Bahnrekord fixierte. Nachdem sich Jenny Wolf tags zuvor die 500-Meter-Trophäe gesichert hatte, war es der zweite große Erfolg der deutschen Eisschnellläuferinnen in der Weltcup- Serie.

Mit 620 Punkten verteidigte Friesinger, die zuvor in fünf Weltcup- Rennen fünf Mal siegreich gewesen war, ihren Vorsprung vor Chiara Simionato (Italien/576 Punkte), die im Finale in 1:15,96 Minuten Dritte wurde. «Ich bin sehr glücklich auch über Rang zwei, auch wenn ich alle vorangegangenen Rennen gewonnen habe. Das Rennen stimmt mich versöhnlich im Vergleich zu Turin. Olympia war doch viel anstrengender als ich gedacht habe», sagte die Bayerin, die in Heerenveen vor über 10.000 Zuschauern Olympiasiegerin Marianne Timmer (Niederlande/4.) klar hinter sich ließ.

Es war der insgesamt 58. Weltcup-Gesamterfolg deutscher Eisschnellläufer und der fünfte Erfolg der Allround-Weltmeisterin. Zuvor hatte Anni Friesinger 2001, 2002 und 2004 drei Mal den Cup über 1500 Meter sowie 2002 die Trophäe über die langen Strecken gewonnen. An diesem Sonntag hat sie nun noch die Chance, über 1500 Meter zum vierten Mal erfolgreich zu sein und ihr Preisgeld-Konto weiter aufzustocken. Erst danach wird sie entscheiden, ob ein Start bei der Mehrkampf-WM in Calgary (18./19. März) Sinn macht. «Man merkt, dass sich die Saison dem Ende neigt. Ich bin am Ende mit den Kräften», gab sie am Samstag zu.

«Sie hat sich hier besser präsentiert als in Turin, aber sie ist nicht in Topform. Die 1500 Meter werden nun maßgeblich unsere Entscheidung über den WM-Start beeinflussen. Wenn sie in Calgary dabei ist, muss sie auch eine reelle Chance haben», sagte ihr Coach Markus Eicher. Im Vorjahr hatte sein Schützling die WM in Moskau mit einem Vierstrecken-Erfolg klar dominiert. Vor dem Weltcup-Finale hatte Friesinger jedoch weiterhin über Probleme mit den Bronchien geklagt, die sie schon zur vorzeitigen Abreise aus Turin gezwungen hatten.

Über 3000 Meter konnte Claudia Pechstein ihren im Vorjahr gewonnenen Weltcup zwar nicht verteidigen, wurde aber nach Platz zwei in Heerenveen im Gesamt-Klassement gleichfalls Zweite. Cindy Klassen, die fünffache Medaillen-Gewinnerin von Turin, baute über 3000 Meter mit ihrem dritten Saisonsieg in Bahnrekordzeit von 4:02,79 Minuten souverän ihre Spitzenposition aus und sicherte sich erstmals die Trophäe für die langen Strecken. Ihre gute Form bestätigte Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt), die mit Platz vier (4:05,37) ihre beste Weltcup-Platzierung der Saison erreichte.

Olympiasieger Shani Davis setzte am Samstag seine unvergleichliche Serie fort und gewann auch das letzte 1000-Meter-Rennen der Saison. In seinem siebten Weltcup-Rennen der Saison vollendete der Amerikaner in Bahnrekordzeit von 1:08,91 Minuten seinen «Durchmarsch» mit dem siebten Sieg. Den Gesamt-Weltcup hatte er sich auf Grund seines Riesen-Vorsprungs auf 500-m-Olympiasieger Joey Cheek (USA) schon vorzeitig gesichert. (Von Frits Klever, dpa)

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