Sport : Eisschnelllauf:Gold und Gerüchte WM-Titel für Wolf, Ärger nach Dopingvorwurf

Richmond - Als Wang Beixing übers Eis jagte, zählte Jenny Wolf am Ende angespannt die Zehntelsekunden mit. 37,97 Sekunden hätten der Chinesin im zweiten Lauf über 500 Meter gereicht, um sich in Richmond den WM-Titel zu sichern. „Als dann die 38 vorn stand, konnte ich es kaum fassen“, erzählte Jenny Wolf, die selber in 37,72 Sekunden zum Bahnrekord gerast war. Doch im ersten Lauf war Wang Beixing klar schneller gewesen und so musste die Berlinerin zittern, bis feststand, dass sie zum dritten Mal in Folge Weltmeisterin über 500 Meter war. „Ich dachte nicht, dass sie sich das noch nehmen lässt. Aber ich habe gezeigt, dass ich nervenstark genug bin, um zurückzuschlagen“, sagte Wolf.

 Mit ihrem Sieg besserte sie die deutsche Bilanz zwar auf, konnte aber nicht verhindern, dass mit nur drei Medaillen – zuvor hatte Anni Friesinger Gold über 1500 Meter und Silber über 1000 Meter geholt – am Ende das schlechteste deutsche Ergebnis in der Geschichte der Einzelstrecken-Weltmeisterschaften zu Buche stand. Ausschlag dafür gab auch das Debakel beider Teams am Schlusstag. Die Frauen blieben mit Platz fünf erstmals ohne WM-Medaille, Monique Angermüller ging schon nach vier der sechs Runden die Puste aus. Friesinger rechtfertigte dennoch den Start des Team-Neulings: „Ohne Claudia Pechstein mussten wir etwas Neues probieren.“ Die deutschen Männer, im Vorjahr noch WM-Dritter, enttäuschten als Siebte.

  Noch mehr ärgerten sich die Deutschen über die niederländische TV-Moderatorin Ria Visser, die beim Weltcup-Finale in Salt Lake City Doping-Gerüchte über das deutsche Team verbreitet hatte. „Das ist einfach nur rufschädigend“, schimpfte Anni Friesinger. Visser schlug das Angebot von Gerd Heinze, dem Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), aus, sich im Fernsehen zu entschuldigen. Zumindest nahm sie aber in Richmond Kontakt zu Bundestrainer Markus Eicher auf und erklärte: „Ich glaube, ich habe da etwas zu viel gesagt.“  Die DESG behält sich rechtliche Schritte vor. dpa

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