Eisschnelllauf : Nächster Weltrekord für Jenny Wolf

Mit einem neuen 500-Meter-Weltrekord hat die Berlinerin Jenny Wolf für einen furiosen Auftakt beim Eisschnelllauf-Weltcup in Calgary gesorgt - und die Konkurrenz zu Statisten degradiert.

Jenny Wolf
Eine Klasse für sich. Jenny Wolf schlägt ihren eigenen Weltrekord. -Foto: AFP

Calgary/Kanada Die Weltmeisterin aus Berlin blieb in 37,02 Sekunden 2/100 Sekunden unter ihrer Marke vom 10. März dieses Jahres in Salt Lake City und feierte eine Woche nach ihrem Erfolg in der Olympia-Stadt von 2002 ihren 13. Weltcupsieg. Dabei lief Wolf in einer eigenen Liga: Die zweitplatzierte Chinesin Beixing Wang konnte in 37,21 Sekunden als einzige einigermaßen mithalten. Die Japanerin Sayuri Yoshi lag in 37,88 Sekunden auf Rang drei schon weit zurück.

Trotz ihres fünften Weltrekordes sah Wolf sogar Reserven: "Es war noch nicht optimal, die zweite Kurve kann noch besser gehen", sagte sie anschließend. Frauen-Bundestrainer Markus Eicher hält eine Zeit unter 37 Sekunden für möglich: "Wenn sie ohne Fehler durchkommt, kann vielleicht in den kommenden Tagen die Schallmauer fallen." Der 28- Jährigen gelang in 10,13 Sekunden auf den ersten 100 Metern zudem der schnellste je gemessene Angang. Ihr eigener Weltrekord steht bei 10,28, er darf aber nur in separaten 100-Meter-Rennen und nicht als Durchgangszeit aufgestellt werden.

Bestzeit für Friesinger

Heike Hartmann aus Inzell belegte in 38,23 Sekunden Rang zwölf auf der Olympia-Bahn von 1988. Eine Hundertstel schneller war zuvor Sprintweltmeisterin Anni Friesinger, die damit in der B-Gruppe die Bestzeit fixierte und laut Eicher zufrieden mit ihrer Leistung war. Die 30 Jahre alte Inzellerin, die zum Auftakt vor einer Woche in Salt Lake City auf die kurze Distanz verzichtete und daher in die zweite Weltcup-Gruppe eingestuft wurde, verfehlte ihre persönliche Bestzeit um 0,45 Sekunden.

Friesinger, die den Sprint mehr zum Einlaufen für die bevorstehenden Rennen über 1500 Meter am Samstag und die 1000 Meter am Sonntag nutzte, dominierte damit die Gruppe vor der Chinesin Shuang Zhang (38,32) und der Kanadierin Shannon Rempel (38,51). Vierte der B-Gruppe wurde die Erfurterin Judith Hesse in 38,68.

Im Rennen über 3000 Meter verpasste Claudia Pechstein wiederum das Siegerpodest. In 4:00,25 Minuten reichte es im direkten Duell gegen Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) wie in Salt Lake City nur zu Platz vier. Die Thüringerin wurde nur knapp geschlagen Sechste (4:00,41). Gegen die tschechische Weltmeisterin Martina Sablikova, die in 3:55,83 nicht nur einen Landesrekord, sondern auch die drittschnellste je gelaufene Zeit verbuchte, hatten die Deutschen wiederum nichts zu bestellen. Platz zwei ging an die Niederländerin Renate Groenewold (3:55,98) vor der Kanadierin Kristina Groves (3:58,78). (mit dpa)

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