Sport : Eisschnelllauf: Pechstein ohne EM-Medaille

Hamar - In Hamar läuft es für Claudia Pechstein einfach nicht. Bei ihrer 20. Europameisterschaft verfehlte die 41 Jahre alte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin nach turbulentem Verlauf ihre Ziele mit Podestplätzen auf den beiden langen Strecken. „So ist Hamar“, sagte die Berlinerin lapidar, nachdem sie wegen einer Wechsel-Kollision über 1500 Meter zunächst gar nicht für das Finale qualifiziert war. Erst durch den Verzicht der Russin Jekaterina Schichowa rückte sie doch noch ins Feld der besten acht Läuferinnen.

Frustriert hatte Pechstein nach ihrem 15. Platz auf der Mittelstrecke die Arena verlassen und sich in die Kabine zurückgezogen. Als sie dann doch die Chance über 5000 Meter bekam, war es schwer, die Aufregungen der vergangenen Minuten in den Griff zu bekommen. „Das war Hektik pur“, sagte Teamchef Helge Jasach. „Erfreulich fair war aber, dass die Russin Olga Graf sich für die Wechsel-Kollision entschuldigt hat“, sagte Jasach. Tags zuvor war Pechstein über 3000 Meter Fünfte geworden. „Das war gut, aber nicht sehr gut. Abgerechnet wird in Sotschi“, sagte sie. Für Pechstein setzte sich damit im „Wikingerschiff“ von Hamar eine Serie von Wettkämpfen fort, die sie nicht unbedingt in guter Erinnerung behalten wird. Hier war sie vor vier Jahren bei der WM wegen erhöhter Blutwerte aus dem Rennen genommen und später gesperrt worden. Im Vorjahr hatte sie die WM wegen einer Grippe abbrechen müssen.

Ihren dritten EM-Titel nach 2008 und 2013 sicherte sich Ireen Wüst und schloss damit zu der bisher erfolgreichsten Niederländerin Atje Keulen-Deelstra auf, die zwischen 1972 und 1974 gleichfalls dreimal siegreich war. Die Silbermedaille holte sich ihre Teamgefährtin Yvonne Nauta vor der viermaligen Titelträgerin Martina Sablikova. Die Tschechin entschied am Sonntag die 5000 Meter in 6:58,13 Minuten für sich. dpa

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