Sport : Eisschnelllauf: Verwirrung um Blutwerte

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Berlin - Die Geschichte um die Frage, ob zwei deutsche Eisschnellläuferinnen mit erhöhten Blutwerten aufgefallen sind, wird immer verworrener. Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, betonte auch gestern gegenüber dem Tagesspiegel, dass sein Verband „vom Weltverband ISU keine Hinweise auf erhöhte Blutwerte erhalten hat“. Deshalb habe er auch keine Kenntnisse, dass die Inzeller Läuferin Heike Hartmann und das Berliner Talent Bente Kraus auffällig geworden seien. „Wir haben nur Informationen über Medien, die aber rechtlich nicht relevant sind.“

Dagegen bestätigte Frauen-Bundestrainer Markus Eicher auch gestern beim Weltcup in Erfurt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die Namen und ihre auffälligen Werte. Nach dpa-Informationen sollen die Retikulozyten-Blutwerte von Hartmann mit 3,5 Prozent weit über dem Grenzwert von 2,4 gelegen haben. Wegen erhöhter Retikulozytenwerte ist die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein wegen Dopings zwei Jahre gesperrt worden. Hartmanns Werte sollen bei einer Kontrolle im Trainingslager in Mallorca am 13. Mai 2009 festgestellt worden sein. Bei Kraus sollen im Mai und September 2009 erhöhte Werte diagnostiziert worden sein.

Eicher erklärte auch, dass Hartmann eine Kontrolle verweigert haben soll. In Erfurt im Januar sei Hartmann um 8 Uhr von Fahndern der National Anti-Doping-Agentur getestet worden. Drei Stunden später seien Kontrolleure der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada aufgetaucht. „Da haben Teamchef Helge Jasch und ich nachgefragt, ob das denn nötig sei. Daraufhin haben sich die Wada-Leute zurückgezogen. Wenige Tage später wurde das als verweigerte Kontrolle gewertet“, sagte Eicher. Dagegen dementierte Heinze auf Nachfrage kategorisch, dass es überhaupt eine verweigerte Trainingskontrolle von Hartmann gegeben habe. Teamchef Jasch erklärte derweil, dass die DESG die Retikulozytenwerte von Kraus und Hartmann nie erhalten habe, sondern nur andere Blutwerte. „Nach Tests erhalten wir nur Hämoglobin und Hämatokrit“, sagte er. Frank Bachner

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