Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin : Letzte Ausfahrt Hohenschönhausen

In der Team-Verfolgung gewannen die deutschen Eisschnellläuferinnen zuletzt zwei Mal Olympisches Gold. Nun kämpfen sie am Weltcup-Wochenende in Berlin um ihre letzte Chance in Sotschi dabei zu sein.

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Auf Kurs nach Russland. Claudia Pechstein.
Auf Kurs nach Russland. Claudia Pechstein.Foto: dpa

Was die Anfahrt auf Sotschi betrifft, lässt sich Claudia Pechstein kaum vom Kurs abbringen. Ihr Sponsor, ein Autohaus in Hohenschönhausen, hat der erfolgreichsten Winter-Olympionikin aller Zeiten einen gewaltigen Geländewagen zur Verfügung gestellt. Auf dem opulenten Gefährt prangt, englisch, in großen Lettern „Mission Sochi 2014“. Natürlich, mit dem Gefährt gurkt sie durch Berlin und wohl kaum nach Russland – aber trotzdem ist die inzwischen 41 Jahre alte Pechstein zurzeit gut in Fahrt, beim 23. Weltcup im Berliner Sportforum von Freitag bis Sonntag geht es für die Berlinerin im Wesentlichen darum, sich noch mit dem Team für die Spiele von Sotschi zu qualifizieren.

Ein Ziel, das angesichts der Gegebenheiten, schwer zu erreichen sein wird für die deutschen Frauen. Acht Startplätze gibt es in Sotschi, die Aussichten in Russland anzutreten, sind nach zwei schwachen Rennen in der Team-Verfolgung in Calgary und Salt Lake City – die Deutschen wurde jeweils nur Elfte – kaum da. Nur Platz eins oder zwei ließe dem auf dem letzten Weltcup-Rang platzierten Team um Pechstein noch eine Chance. Ein Scheitern würde die deutschen Medaillenchancen für Sotschi schmälern, schließlich gewann das deutsche Team 2006 und 2010 jeweils Gold in dieser Disziplin. Immerhin können die Deutschen am letzten Weltcup-Tag am Sonntag auf ihren Heimvorteil bauen, jeweils knapp 2000 Tickets sind im Vorverkauf für die drei Tage in der Eisschnelllaufhalle im Sportforum schon abgesetzt worden. Die Team-Verfolgung der Frauen ist am Sonntagnachmittag letzter Programmpunkt.

„Wir haben nur noch eine winzige Chance“, sagt Claudia Pechstein. Ein Sieg gegen die starken Niederländerinnen erscheine allerdings wohl aussichtslos. „Aber wir werden alles versuchen“, sagt Pechstein.„Natürlich konzentriere ich mich zunächst auf meine Einzelstrecken.“ In Sotschi will sie über 1500, 3000 und 5000 Meter an den Start gehen und natürlich „meine zehnte Medaille bei Olympia holen“.

- Die Rennen beginnen am Freitag um 9.50 Uhr (Divison B) und 14.50 Uhr (Division), am Sonnabend um 9 und 13 Uhr und am Sonntag um 9.10 und 13.50 Uhr im Sportforum Hohenschönhausen.

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