Eisschnelllauf : Zweites Silber für Stephanie Beckert

Nach ihrem zweiten Platz über 3.000 Meter gewinnt Stephanie Beckert auch über die 5.000-Meter-Strecke Silber. Schneller ist erneut nur die Tschechin Martina Sablikova. Daniela Anschütz-Thoms bleibt hingegen vom Pech verfolgt und wird wieder nur Vierte.

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Perfekte Technik. Stephanie Beckert läuft erneut zu Silber. -Foto: dpa

Sie konnte es kaum fassen. Stephanie Beckert schlug die Hände vors Gesicht – und wollte offenbar ganz für sich allein sein. Beckert freute sich im Stillen. So als wäre sie völlig routiniert. Dabei ist 21-Jahre alte Erfurterin die Jüngste der Starterinnen auf der Ausdauerstrecke aus Deutschland. Über 5.000 Meter am Mittwoch kam sie im Richmond Olympic Oval in 6:51,39 Minuten auf Platz zwei. "Ich freue mich wahnsinnig", sagte Beckert. Gold eroberte die favorisierte Tschechin Martina Sablikova in 6:50,91. Bronze ging an die 37-jährige Kanadierin Clara Hughes. Erneut olympisches Edelmetall verpasst hat Beckerts Klubkollegin Daniela Anschütz-Thoms als Vierte.

Die 28-jährige Berlinerin Katrin Mattscherodt trat schon in der zweiten Runde auf ein Klötzchen der Begrenzung und wurde somit wegen Verlassens der Bahn disqualifiziert. Die neue Regel, dass bei Verlassen der Bahn sofort die Disqualifikation erfolgt, gilt erst seit dem vorigen Winter. "Ich habe das Klötzchen wegfliegen hören, aber ich bin weitergelaufen. Ich dachte, vielleicht hat es keiner gesehen", sagte die Berlinerin.

Beckert fehlen am Ende nur 47 Hundertstel zu Gold

Viel besser machte es Beckert, die mit dem zweiten Silber zur erfolgreichsten Deutschen im Eisschnelllauf-Oval aufgestiegen ist. Die 5.000 Meter wurden am Mittwoch jedoch erwartungsgemäß zu einer klaren Angelegenheit von Weltrekordlerin Sablikova. Die Tschechin knackte die von Beckert im Lauf gegen Lokalmatadorin Kristina Groves vorlegte Bestzeit von 6:51,39 Minuten und katapultierte sich in 6:50,91 mit ihrem zweiten Gold an die Spitze der erfolgreichsten Wintersportler ihres Landes in der Olympia-Geschichte. Nach ihrem Sieg zum Auftakt über 3.000 Meter hatte Sablikova auch noch Bronze über 1.500 Meter gewonnen. "Wenn wir nach ihrer dritten Olympia-Medaille jetzt in Tschechien immer noch keine eigene Halle bekommen, wird das nie mehr was", meinte ihr Trainer Petr Nowak. In der Vergangenheit hatte die spindeldürre Athletin entweder auf Naturbahnen in ihrer Heimat oder in Berlin ihre Runden gedreht.  

Beckert unterstrich, dass sie das große Erbe der deutschen Langstrecklerinnen fortführen kann. Nach einem wie stets verhaltenen Beginn steigerte sich die Thüringerin von Runde zu Runde und setzte damit Sablikova unter Druck. "Ich habe von Anfang gemerkt, dass es gut läuft", sagte Beckert. "Noch kann ich es kaum glauben." Trotz ihrer Erfolge konnten die Deutschen die Verbands-Vorgabe von sechs Medaillen nicht annähernd erfüllen und werden wohl erstmals seit 1976 ohne Olympia-Gold bleiben – wenn nicht im Teamlauf ein Wunder passiert. Ohne Druck nach dem Gewinn von 3.000-Meter-Silber hatte sich Beckert konzentriert auf ihre Spezialstrecke vorbereitet und selbst TV-Aufnahmen in Downtown abgelehnt. "Meine Silbermedaille hat mich schon für die vielen Trainingskilometer entlohnt. So wollte ich die 5.000 Meter nur noch genießen", sagte sie. (Tsp/dpa)

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