Eistanz : Das Ende nach dem Abbruch

Das Eistanz-Paar Sascha Rabe und Tanja Kolbe haben sich getrennt. Hintergrund ist der Vorwurf der sexuellen Belästigung, der von Rabe gegen den Sportdirektor der Eislauf-Union erhoben wird.

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Foto: dpadpa-Zentralbild

Berlin - Das Berliner Eistanz-Paar Sascha Rabe und Tanja Kolbe hat sich getrennt. Dies bestätigte Rabe dem Tagesspiegel. Anlass der Trennung ist der abgebrochene Auftritt der beiden bei den deutschen Meisterschaften im Dezember in Mannheim. Der eigentliche Hintergrund liegt aber im sogenannten Fall Rabe/Dönsdorf. Der 24 Jahre alte Eistänzer Rabe wirft Udo Dönsdorf, dem Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), sexuelle Belästigung vor.

Rabe hatte in Mannheim vor dem Originaltanz den Wettkampf abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt lag das Paar auf Rang drei. Rabe hatte Dönsdorf an der Bande gesehen: Das habe er seelisch nicht verkraftet, teilte der Eistänzer anschließend mit. Doch damit war auch für Tanja Kolbe der Wettkampf zwangsweise beendet. Vor kurzem zog dann die 19-Jährige die Konsequenzen. „Sie war sauer, enttäuscht und wirkte angegriffen“, sagte Rabe. „Sie will natürlich laufen.“ Rabe erklärte, er habe Verständnis für ihre Entscheidung. Sie habe allerdings gewusst, dass es zu einem Abbruch des Wettkampfes kommen könnte, wenn Dönsdorf in der Halle auftauche. Das Paar lief vier Jahre zusammen, sein größter Erfolg war der dritte Platz bei den deutschen Meisterschaften 2008. Klaus Schamberger, bis 1. Januar 2010 Trainer des Paares, war von Kolbes Entschluss nicht sonderlich überrascht. „Für sie ist es ein logischer Schritt. Sie muss an ihre Karriere denken“, sagte er. Aber sie werde es nicht einfach haben, einen passenden Partner zu finden.

Für Rabe wird die Suche nach einem Ersatz noch schwerer. Erstens gibt es in Deutschland wenige Eistänzerinnen, die sportlich zu ihm passen, zweitens wird sich jede Athletin besonders lange überlegen, ob sie mit ihm laufen wird. Der Konflikt mit Dönsdorf ist ja noch lange nicht beendet. Es ist jederzeit möglich, dass Rabe wieder einen Wettkampf abbricht, wenn der Sportdirektor an der Bande steht. Frank Bachner

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