Sport : Elf Freundinnen

Wie der Frauenfußball nach Potsdam kam

Helen Ruwald

In Wollpullovern, Strumpfhosen und Röcken kamen die Frauen am 3. März 1971 zum ersten Fußballtraining der BSG Turbine Potsdam. Eine Silvester-Schnapsidee hatte dazu geführt, dass sie es ihren männlichen Arbeitskollegen beim VEB Energieversorgung Potsdam zeigen wollten, für die es schon eine Zumutung war, dass Frauen über Fußball auch nur reden wollten. Mit ihrem Trainingsoutfit konnten die Damen nicht überzeugen, mit der Leistung dafür immer mehr: Turbine wurde das Topteam der DDR, und nach schwierigen Wendejahren kann der amtierende Deutsche Meister und Pokalsieger am kommenden Wochenende erstmals ins Uefa-Cup-Finale einziehen.

Birgit und Heiko Klasen, Sportjournalisten beim RBB, erzählen in „Elf Freundinnen. Die Turbinen aus Potsdam“ spannende Geschichten aus alten Zeiten und von den jetzigen Stars. So fälschte Bernd Schröder, mit Unterbrechungen seit 1971 Turbine-Trainer, Teilnehmerlisten und strich die Namen von Westteams, um der Mannschaft die Reise zu Auslandsturniern zu ermöglichen. Nationalspielerin Ariane Hingst aus Berlin-Zehlendorf wollte einst unter keinen Umständen in den Osten mit den alten, miefigen Kabinen. Inzwischen ist sie längst Turbines Identifikationsfigur.

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