Sport : Elf Jahre nach seiner Goldmedaille wird Arnd Schmitt Weltmeister

Seoul bleibt für Arnd Schmitt ein goldenes Pflaster. Elf Jahre nach seinem Olympiasieg in der südkoreanischen Hauptstadt wurde der 34 Jahre alte Zahnarzt aus Leverkusen an gleicher Stätte auch erstmals Weltmeister im Degenfechten. Nach einer grandiosen Tagesleistung, in der Schmitt allen Kontrahenten bravourös in die Parade gefahren war, gab sich der gebürtige Schwabe aus Heidenheim auch im abendlichen Finale keine Blöße.

Den zweimaligen Weltmeister Pawel Kolobkow, gegen den er die vergangenen drei Gefechte um den Titel verloren hatte, fegte er im Halbfinale mit 15:8 von der Planche. Und mit demselben Ergebnis behielt er auch gegen den Schweden Peter Vanky, der schon vor einem Jahr WM-Zweiter war, im Endkampf die Oberhand - die deutschen Fechter waren über die zweite Medaille völlig aus dem Häuschen.

Schmitt schrieb damit ein Sport-Märchen besonderer Art. "Ich glaube, ich habe es verdient. Wenn man seit Jahren immer oben mit dabei ist, ist es nur eine Frage der Zeit, wann es endlich klappt", sagte er mit Tränen in den Augen und mit stockender Stimme. Nach dem Titelgewinn war die enorme Anspannung bei dem Routinier gewichen: Als er sich auf die Siegerehrung vorbereitete, musste Schmitt plötzlich heulen wie ein Schlosshund. Doch auch bei der Siegerehrung, wo er vor der deutschen Flagge salutierte, brauchte er sich seiner Tränen nicht zu schämen. "Das war Arnds Tag. Eine solche sportliche Leistung sucht ihresgleichen", sagte Fechtpräsidentin Erika Dienstl, die auch einige Taschentücher benötigte.

"Es war ein besonderer Tag für mich. Ich war es leid, immer die Fragen nach dem letzten fehlenden Titel zu beantworten. Jetzt habe ich alles gewonnen im Degenfechten", sagte der Leverkusener, dem trotz seiner Doppelbelastung von Beruf und Sport jener Triumph gelang, den viele nicht mehr für möglich gehalten hatten. "Das war der Arnd, wie er leibt und lebt. Er hat seine Chance beim Schopf gepackt", urteilte Bundestrainer Alexander Pusch. Der zweimalige Weltmeister und Olympiasieger gehörte zu den ersten Gratulanten. Teambetreuer Matthias Behr lobte: "Das ist eine tolle Geschichte. Nach elf Jahren auf dem gleichen Boden der Weltbeste zu sein, ist einzigartig."

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